Einen Monat lang gab es aufgrund der hohen Inzidenzwerte in Kulmbach keine Präsenzgottesdienste in der katholischen Kirche. Jetzt hat sich das Pastoralteam etwas Besonderes ausgedacht. In fünf Stationen haben Eva-Maria Steltenkamp-Hüsser, Bärbel Janzing und Pfarrer Hans Roppelt einen erlebbaren Gottesdienst für Kinder und Jugendliche aufgebaut.

"Alles, was man braucht, um die versteckten Stationen zu erleben, ist ein Handy, das die QR-Codes scannen kann", sagt Roppelt. Steltenkamp-Hüsser zeigt, wie es geht. Mit der Fotokamera wird der QR-Code aufgenommen - schon öffnet sich werbefrei ein Youtube-Video zu den einzelnen Stationen. Auch mit einem QR-Code-Scanner könnten die Codes abgerufen werden.

"Da ein Gottesdienst immer mit dem Kreuzzeichen beginnt, steht auch die Station 1 im Zeichen des Kreuzes", erklärt Pastoralreferentin Steltenkamp-Hüsser. An Station 2 wird gebetet. "Da Kinder immer mit Gesten beten, habe ich Bilder dazugestellt. Denn die Stationen sollen auch für Leute, die in die Kirche kommen und kein Handy dabeihaben, erlebbar sein", sagt die Pastoralreferentin.

Individuell erlebbar

Es gibt auf dem individuell erlebbaren Gottesdienst-Weg eine Audio-Geschichte, die liebevoll mit Bildern illus­triert ist. An einer Station müssen Boote gebastelt und mit Fürbitten beschrieben werden. Natürlich werden sie auch zu Wasser gelassen. Und zum Abschluss des Individual-Gottesdienstes wird auch ein Segen erteilt - ebenfalls via QR-Code-Scan. Die Musik wurde eigens eingespielt.

"Wir haben während des gesamten Lockdowns versucht, Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen zu halten. Wir haben dazu Bastel-Tüten zusammengestellt. Aber Ostern sind einige Tüten übriggeblieben. Wir haben deshalb etwas Neues ausgedacht", sagt Pfarrer Roppelt und lobt die Pastoralreferentinnen für die technische Umsetzung.

Familien können mit ihren Kindern - wann immer sie wollen - in die Kirche kommen und den Gottesdienst abrufen. "Ich denke jetzt, wo das Wetter schön wird und man wieder rausgeht, ist das eine schöne Gelegenheit", sagt Pfarrer Hans Roppelt.

Für die geführte Gottesdienst-Tour muss man ungefähr 20 Minuten Zeit mitbringen. Dadurch, dass jeder seine Besuchszeit selbst bestimmen kann, werden Kontakte und Begegnungen weitgehend vermieden.

Den Auftakt macht der individuell erlebbare, interaktive Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche "Unsere Liebe Frau". Dann wandert er weiter nach Untersteinach und nach Stadtsteinach.