Zum Artikel "Holt Gott* raus aus euren Schubladen" vom 10.10.: Die Genderdebatte nervt sicher nicht nur grammatikalisch, aber ein Gottesbild mit einem Gendersternchen aus der Schublade zu befreien, tauscht die Schubladen letztendlich aus. Der Gott, von dem die Christen glauben, dass er Himmel und Erde geschaffen hat, wird von Jesus als Mann liebevoll als Vater bezeichnet. Seine Eigenschaften werden in der Bibel mit denen eines vorbildlichen, fürsorglichen Vaters, aber auch mit der zärtlichen Zuwendung einer tröstenden Mutter oder mit der Klarheit und Schärfe eines Richters, eines Königs, eines geschundenen Sklaven, eines treuen Freundes, einer Geliebten, etc. verglichen. Nirgends wird Gott, der Mann und Frau geschaffen hat, ein menschliches Geschlecht zugeschrieben, auch keine intersexuellen Merkmale. Im Himmel gelten lt. Jesus andere Gesetzmäßigkeiten, auch jenseits menschlicher Geschlechtsmerkmale. Gott mit * zu versehen, macht ihn für unser menschliches Denken klein, ganz abgesehen davon scheint die Debatte um das sog. 3. Geschlecht übertrieben. Lt. DieZeit-Recherchen (siehe Die Zeit vom 08.05.2019 - Diverse Missverständnisse) handelt es sich um ca. 0,002 Prozent (es geht um Promille!) der Gesamtbevölkerung. Das Bundesverfassungsgericht, das Gott sei Dank intersexuellen Menschen rechtlich mehr Spielraum für die Geschlechtsfestlegung gab, ging ursprünglich von einer weit größeren Personengruppe aus.

Volkmar Schulze

Kasendorf