Großer Bahnhof war bei Barbara und Udo Rudel angesagt. Am Freitag feierten sie ihre Goldhochzeit.

Am Vormittag war der Pfarrer von Hochstadt, Diter Glaeser, und Dekanin Stefanie Ott-Frühwald aus Michelau, Bürgermeister Thomas Kneipp sowie viele Freunde und Nachbarn ins Haus in Obersdorf zum Gratulieren gekommen.

Am Nachmittag wurde ein Dankgottesdienst in Vierzehnheiligen gefeiert. Dort verglich Pater Bernhard Braun die Ehe der Rudels mit einem grundsoliden Haus, das etwas anderes sei als eine Hütte, die beim ersten Windstoß wegfliegt.

Viele Freunde, Bekannte und Abordnungen der Soldatenkameradschaften Isling, Roth und Mistelfeld gratulierten dem Jubelpaar an der Basilika, wo vor 50 Jahren die Hochzeit stattgefunden hatte. Udo Rudel ist der Kreisvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes (BSB).

In Obersdorf zurück, setzte die Ansbachtaler Blasmusik mit einem Ständchen den Gratulationsreigen fort. So waren Abordnungen der Islinger Musikanten, des ÖKB aus Mödling, der SK Marktgraitz, der SK Lettenreuth, des Kreisverbandes BSB sowie des Schnupfclubs Obersdorf in Reih und Glied angetreten. Auch die Schafkopffreunde der Dienstagsrunde mit Franz Dirauf, Franz Sittig, Fred Will und Winfried Weinbeer gratulierten. Selbstverständlich beglückwünschten die Mitglieder seiner Soldatenkameradschaft Obersdorf den schon vier Jahrzehnte als Vorsitzenden aktiven Udo Rudel und seine Frau. Während des Abends gratulierten noch der Gesangverein Obersdorf mit einem Gesangsvortrag.

In einer kurzen Ansprache, blickte Udo Rudel zurück: "Als ich im Mai 1968 nach Roth zu einem Musikfest fuhr, stand da ein Mädchen - und ich habe sie gleich mitgenommen" - seine spätere Frau. Am Johannisfeuer in Mönchkröttendorf sei die Freundschaft vertieft und verfestigt worden, bestätigen Udo und Barbara, geborene Löffler.

Als 1969 die Hochzeit gefeiert wurde, trat Udo Rudel auch seine Bundeswehrzeit an. Daraus machte der gelernte Betonbauer 13 Jahre und einen Monat. Er war zunächst zwei Jahre in Regensburg stationiert und anschließend als Oberfeldwebel und stellvertretender Zugführer in Ebern. Danach absolvierte er eine Ausbildung bei der Deutschen Bundespost in Nürnberg, wo er arbeitete. Von den täglichen Heimfahrten berichtete Rudel ebenfalls.

Als er 1985 beruflich in seine Heimat am Obermain zurückkam, stellte er in Grub, Sonnefeld, Michelau und Hochstadt Briefe und Pakete zu. Als er 1994 nach einem Dienstunfall in Michelau längere Zeit ausfiel, wurde er in Pension geschickt.

Seine Frau Barbara und er tragen heute noch die Zeitungen in Obersdorf und Anger aus. Barbara Rudel arbeitete zuvor bei der Ledermodenfabrik Ultsch in Hochstadt und machte Heimarbeit für die Firmen Machalke und Scherer.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor; leider verstarb ein Sohn kurz nach der Geburt. Die Tochter Heidi verstarb vor zwei Jahren. Die Tochter Alexandra lebt zusammen mit dem Jubelpaar in dem von ihr und ihrem Vater umgebauten Haus in Obersdorf.

Tochter Alexandra und ihr Ehemann Hartmut sowie Enkelin Clarissa und ihr Mann Markus und der Enkel Hannes feierten ebenso mit. Zum Abschluss des Abends hatten sie ein Brillantfeuerwerk für alle Gäste organisiert. Jürgen Panzer