Im August 2020 stand die Erneuerung des Kirchturmgebälkes der Kreuzkapelle am Berghang in Marktschorgast auf dem Programm. Bei dieser Maßnahme dachte die katholische Kirchenstiftung St. Jakobus Marktschorgast an bedrohte Vogelarten und veranlasste, dass im Glockenturm artspezifische Nistkästen für Eulen, Turmfalken und Mauersegler installiert werden. Die Maßnahme wurde gefördert von der Integrierten Ländlichen Entwicklungsachse "Fränkisches Markgrafen-und Bischofsland".

Es wurden Fensteröffnungen mit neuen Lamellenläden aus Eichenholz verkleidet und verschiedene Brutmöglichkeiten für bedrohte Vögel, die in oder an Türmen nisten, eingebaut: Ein Kasten mit der Grundfläche von einem Meter mal 60 Zentimetern und 46 Zentimetern Höhe, wurde speziell für turmbrütende Eulen im Innenraum angebracht; eine Öffnung nach außen in der Größe von 15 mal 20 Zentimetern, die auf einem Abflugbrett mündet, komplettiert den oberen Teil des westlichen Rundbogenfensters. Auf der dem Ort zugewandten Seite lädt außen ein Falkenkasten mit losem Stroh und Heu bestückt zum Brüten ein. In eine weitere Fensteröffnung sind Mauerseglerkästen eingepasst.

"Jetzt liegt es an den Vögeln, sich dort niederzulassen und zu brüten. Die Möglichkeiten dafür sind jedenfalls geschaffen", sagt Heinrich Günther, der beim Einbau der Nistkästen geholfen hat.

An der Stelle der heutigen Kreuzkapelle stand im 18. Jahrhundert wohl in Holzbauweise das "Kreuz-Käpellein", das 1769 abbrannte. Zunächst wurde "von sämtlichen Pfarrkindern auf dem fruchtbaren Grund der hiesigen Bürgerschaft, die fuhren und Geld beygetragen" eine neue Kapelle mit Steinen und Quadern, laut Decretum aus Bamberg, wieder erbaut. Vor 225 Jahren, genau am 16. März 1796, "kamen die wohledlen Herrn Bürgermeister Georg Müller, Konrad Hanauer, Christoph Johannes, Jakob Sölla zur hiesigen Gotteshaus-Pflege und erklärten im Namen der löbl. Bürgerschaft, daß sie gesinnet seien, die Kapelle zu erweitern, die schon vorher auf ihre Kösten erbaut war ..." Am 14. April 1796 teilte die "Hochfürstl.-Christl. Regierung" mit, "daß die Kreuz- und Bergkapelle zu Marktschorgast nach dem anhervorgelegten und hierneben wieder zurückgehenden Riß erweitert werde, wenn nicht nur der dortige Rathsbürger Konrad Sölla die Kosten des gegenwärtigen Baues tragen wird, sondern auch dafür gesorgt werden wird, daß die Unterhaltung dieser Kapelle der Pfarr- und Mutterkirche zu Marktschorgast in der Folge nicht zur Last werde".