Die Firmung empfingen kürzlich 15 Jugendliche aus dem Lautergrund in der Frauendorfer Pfarrkirche St. Aegidius durch den Bamberger Weihbischof Herwig Gössl. Der Weihbischof zelebrierte den Gottesdienst mit dem Bad Staffelsteiner Stadtpfarrer Georg Birkel und dem Uetzinger Pfarrer i.R. Hans Hübner. "Es ist ein besonderes Ereignis heute hier in Frauendorf. Es ist das ganz besondere Pfingstfest für euch Firmlinge. Wir sind alle hier, um mit euch diesen großen Tag zu feiern. Der Geist Gottes möge euch stark machen für die Herausforderungen eures Lebens", so Weihbischof Gössl nach dem feierlichen Einzug mit den Frauendorfer Kirchenmusikern in die Pfarrkirche. Musikalisch bereicherte Melanie Gutgesell an der Orgel den Gottesdienst.
Direkt vor den Sitzreihen stehend erzählte der Geistliche in seiner Predigt von seiner Zeltlagererfahrung nach Pfingsten. Der Zeltlagerplatz war in der freien Natur, ohne Wasseranschluss und ohne elektrischen Strom. Damals vor zehn Jahren gab es nicht mal ein funktionierendes Handynetz. Da war man so richtig auf sich gestellt. Man musste diese Woche immer gut herumbringen, man brauchte ein Programm für Regenwetter und Sonnenschein. Wenn man mit 80 Leuten unterwegs ist, klappt nicht alles wie geplant, man musste fähig sein, auf das Wetter zu reagieren. Ein Programmpunkt war jedem Abend das Lagerfeuer, und in Windeseile versammelten sich immer alle ums Lagerfeuer herum. Das knisternde Feuer war automatisch der Mittelpunkt, an dem man hinging und sich unterhielt. "Ich konnte stundenlang dort sitzen bleiben und das Feuer auf mich einwirken lassen. Das Feuer war der Mittelpunkt des Zeltlagers", erzählte der Weihbischof. Feuer ist ein Symbol für den heiligen Geist. Der heilige Geist ist mächtig, voller Kraft und Energie, und er möchte uns diese Energie vermitteln. Er möchte aus lahmen und müden Christen energiegeladene und kraftvolle Christen machen. Ein Zeitungsbericht hat Weihbischof Gössl kürzlich nachdenklich gemacht. Darin ging es um Kinder und Jugendliche in Deutschland, die mit ihrem Leben haderten. Das liegt daran, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich bei uns immer größer wird, so die Begründung des Autors. "Man muss nicht reich sein, um zufrieden zu sein. Zufriedenheit können diejenigen ausstrahlen, die genügend zu essen und trinken haben, ein festes Dach über den Kopf haben und die Möglichkeit zu einer Schul- und Berufsausbildung haben", sagte Gössl. Gottes Geist will Brücken bauen. Die Jugendlichen sollten sich vom heiligen Geist locken und anziehen lassen, so wie die Jugendlichen vom Lagerfeuer. Danach legten die Anwärter ein Glaubensbekenntnis ab, das mit dem Lied "Fest soll mein Taufbund immer stehen" unterstrichen wurde. Anschließend spendete der Weihbischof das Sakrament der Firmung, indem er den jungen Christen ein Kreuzzeichen mit Chrisam auf die Stirn zeichnete. Im Anschluss bestand für alle Firmlinge, den Paten und Eltern die Möglichkeit, bei einer vom Pfarrgemeinderat organisierten Agape auf dem Kirchenvorplatz mit Weihbischof Herwig Gössl ins Gespräch zu kommen. Gerd Klemenz