Einer alten Tradition folgend, wallten die katholischen Christen von Mainroth und Maineck über die Mainwiesen nach Motschenbach. Gemeinsam mit Pater Kosma Rejmer, den Lektoren und Ministranten zogen die Bittgänger über den alten Pilgerweg durch die Mainwiesen nach Motschenbach.
Bis vor etwa 40 Jahren fand die Wallfahrt wochentags statt, die Kinder hatten schulfrei und mussten an der Prozession teilnehmen. Dann schlief die "Motschenbacher Wallfahrt" für etliche Jahre ein, bis der Pfarrgemeinderat und der damalige Pfarrer D. Glaeser beschlossen, sie wieder aufzunehmen.
Über das Gnadenstandbild "Maria in der Jugend" berichtet der Buchauer Pfarrer Omeis in der Pfarrbeschreibung von 1864: "Erwähnung sei noch eines wunderthätigen Marienbildes gethan, welcher früher im Besitz der Kirche war, ohne dass dieselbe von diesem werthvollen Besitz gewusst hatte. Ein katholischer Bauer mit Namen Paulus Hümmer aus Wadendorf, der ohngefähr ums Jahr 1810 anfing, Gaben für die hiesige Kirche zu bringen, eines Marienbildes wegen, das sich hier befinden sollte, stellte 1813 an den Schullehrer das Ansinnen, ihm das Bildnis zu zeigen. Es sei ihm im Traum die Weisung geworden, dieses Bildnis zu kleiden und zeitweise ihm fromme Opfer zu bringen. Der Lehrer brachte ihm vom Kirchenboden eine Marienfigur, welche derselbe freudig ergriffen mit einem kattunen (baumwollnen) Gewand kleidete."
Von dieser Zeit an kamen viele Katholiken nach Buchau, um das Bild zu sehen und ihm zu opfern. Zu diesem Zweck hatte man die Statue in der Sakristei aufgestellt und den Zutritt niemandem verwehrt. Als die Bildverehrung dem Pfarrer zu viel wurde, fragte er beim gräflichen Consistorium (Herrschaft der Grafen Giech in Thurnau) nach, wie er sich weiter verhalten solle. Der Bescheid vom 12. April 1816 lautete, dass man das Bildnis an den Paulus Hümmer verkaufen solle und so kam die Marienfigur nach Motschenbach und die Wallfahrt zu "Maria in der Jugend" entstand.
Die Mainrother Bittgänger feierten mit Pfarrer Kosma Rejmer ein feierliches Wallfahreramt. Nach einer kräftigen Brotzeit im Motschenbacher Sportheim traten sie den Heimweg an.
Den Bittgang der Mainecker Gläubigen nach Mainroth am Montag begleitete P. Rufus Witt.