Augsfeld — Die Bosch Rexroth AG hat am Dienstag ihre Sparprogramme im Bereich "Mobil Hydraulik" bekannt gegeben. Rexroth will bis 2018 knapp 450 Millionen Euro einsparen. Das hat die Gewerkschaft jetzt auf den Plan gerufen.
Bei einer Informationsveranstaltung in der Rexroth-Logistikhalle in Augsfeld nannte das Unternehmen, wie aus einer Mitteilung der Industriegewerkschaft (IG) Metall hervorgeht, eine Reihe von Maßnahmen, die alleine am Standort Augsfeld rund 25 Million einsparen sollen. Diese Zahl, die 25 Millionen, hatte tags zuvor bereits der Betriebsratsvorsitzende des Werkes in Augsfeld, Reiner Greich, unserer Zeitung bestätigt (FT vom Mittwoch). Wie viele der gut 400 Beschäftigten in Augsfeld konkret um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, ließ das Unternehmen offen.

"Massive Auswirkungen"

Laut Thomas Höhn von der IG Metall Schweinfurt zeichnet sich aber ab, dass das Arbeitgeberkonzept "massive Auswirkungen" auf die Beschäftigung in Augsfeld haben wird. "Den größten Beitrag sollen Verlagerungen von Produktbereichen in Niedrigkostenstandorte spielen; wer eins und eins zusammenzählt, weiß, dass das viele Arbeitsplätze kosten wird."
Die Stimmung in der Belegschaft war bei der dreistündigen Informationsveranstaltung laut dem Gewerkschaftssekretär entsprechend angespannt. "Sehr viele kritische Fragen der Belegschaft haben aufgedeckt, dass das Konzept der Arbeitgeberseite nicht schlüssig zu Ende gedacht ist."
Bosch Rexroth möchte nun in den nächsten Wochen mit den Arbeitnehmervertretern offene Gespräche über das Gesamtkonzept führen. Die IG Metall räumt zwar einen grundsätzlichen Handlungsbedarf ein, bewertet das Vorgehen aber kritisch: "Das Unternehmen suggeriert, dass sie ihre Pläne ergebnisoffen und transparent mit der Interessenvertretung beraten werden. Wir erwarten, dass unsere Argumente auch tatsächliche Berücksichtigung finden. Es geht nicht, dass die Betriebsräte lediglich als Steigbügelhalter für ein bereits fertiges Personalabbaukonzept herhalten müssen", so Höhn.
In welche Richtung sich die Interessenvertretung positioniert, macht Betriebsratsvorsitzender Reiner Greich deutlich: "Seit Jahren fordern wir ein, dass das Unternehmen seine Prozesse verschlankt, effizienter gestaltet, neue Produkte auf den Markt bringt und seine Führungskultur überdenkt. Passiert ist nicht viel. Das bekommt man nicht in den Griff, indem man auf Biegen und Brechen die Personalkosten drückt", meint er.
Hier erwarten die Interessensvertreter vom Arbeitgeber Vorschläge. Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat der Bosch Rexroth AG wollen nun zunächst offene Fragen zu Details der Pläne mit dem Unternehmen abklären und sich mit aller Kraft für ein nachhaltiges Alternativkonzept einsetzen. ks