Der Frauenbund Zeil hatte zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem Frauenfrühstück eingeladen. Das Thema dieses Morgens war jedoch nichts für schwache Nerven.

Referentin Gertrud Schätzlein arbeitet als Diplompädagogin seit 1981 im Frauenhaus in Schweinfurt. Dieses wurde im Jahr 1981 gegründet und betreut die fünf Landkreise Schweinfurt Stadt, Schweinfurt Land, Haßberge und Rhön-Grabfeld.

Jede dritte bis vierte Frau hat in ihrem Leben schon einmal Gewalt erfahren. Jeden dritten Tag wird eine Frau durch häusliche Gewalt getötet und jeden Tag eine Frau schwer misshandelt. Leidtragende sind auch die Kinder, die die Gewalt gegen die Mutter miterleben müssen.

Aus diesem Teufelskreis kann man nur ausbrechen, wenn man den Weg nach außen sucht, sei es eine Aussprache mit einer Freundin oder eine Anzeige bei der Polizei. Seit gut 20 Jahren gibt es in jeder Polizeidienststelle eine Stelle für häusliche Gewalt, bei der "frau" telefonisch oder auch persönlich Beratung in Anspruch nehmen kann.

Der Weg ins Frauenhaus ist dann der entscheidende Schritt, den die misshandelte Frau gehen kann. Meist genügt eine kurze Erklärung, und es kommt zu einem Treffen an einem neutralen Ort, denn die Adresse des Frauenhauses in Schweinfurt ist geheim. Es gibt nur zwölf Plätze für die ganze Region. Im Jahr werden etwa 50 Frauen aufgenommen, aber es müssen auch 50 abgewiesen werden.

Da es keine rechtlichen Vorgaben gibt, ist die Finanzierung der Frauenhäuser sehr schlecht. Alle beteiligten Landkreise müssen zwar einen Beitrag leisten, und das Land und die Kommunen zahlen jeweils sieben Prozent. Jedes Jahr müssen jedoch 40- bis 50 000 Euro aus Eigenmitteln finanziert werden.

Da sich der Zeiler Frauentreff Ende des Jahres auflöst, überreichten Renate Schneider und Christine Schnaus vom Vorstand aus der Vereinskasse eine Spende von 700 Euro. Auch der Frauenbund übergab eine Spende. red