von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Kreis Lichtenfels — "Wir wissen schon, dass es wirklich schwer werden wird. Jeder Spielplatz hat seine schönen Seiten", erklärt Yvonne Gast. Die junge Mutter ist Mitglied der fünfköpfigen Jury, die noch bis Freitagabend im Landkreis Lichtenfels unterwegs sein wird. Gesucht wird der schönste Spielplatz des Landkreises. Ein Wettbewerb, den der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege im Mai dieses Jahres ausgelobt hat.
Von der Resonanz zeigte sich Kreisfachberater Michael Stromer sichtlich überrascht. Im Landkreis Lichtenfels gibt es zwischen 120 bis 130 Spielplätze. Knapp 50 haben sich zum Wettbewerb angemeldet. Die Reise der Jury startete am Dienstagnachmittag im unteren Landkreis. Im Raum Ebensfeld/Bad Staffelstein steht ein knappes Dutzend Spielplätze auf dem Besuchsprogramm der Jury. Am morgigen Freitag endet die Bewertungstour im oberen Landkreis.
Während ihres Rundgangs macht sich die Jury auf Blättern in Klemm-Mappen eifrig Notizen. Zu Wort kommen die Einwohner, die ihre Spielplätze zur Bewertung stellen. Bewertet wird in fünf Kategorien nach dem Schulnotensystem.
Die wichtigsten Kriterien sind die Erlebnisvielfalt und die Spielangebote eines Spielplatzes, gefolgt vom Sicherheitsaspekt der Anlage und ihre Grüngestaltung unter Einbeziehung der Natur. Weitere Aspekte sind der Spielplatz als Treffpunkt des Ortes und das Engagement der Bevölkerung.
Timm Vogler ist diesmal nicht in seiner Eigenschaft als Kreisbrandrat, sondern als Sicherheitsexperte unterwegs. Als Sicherheitsingenieur prüft er schon von Berufs wegen Spielgeräte. Voglers Augenmerk gilt an diesem Nachmittag den Spielplätzen. Ulrich Sünkel von der Bauverwaltung vertritt den kommunalen Aspekt. Weiter gehören der Jury Maria Will aus Grundfeld und Ellen Pieper aus Roth sowie Yvonne Gast aus Ebensfeld an.

Kinder mögen ihren Spielplatz

In Döringstadt befindet sich der Spielplatz im Schatten der mächtigen Wehrkirche. Eine Gruppe von Buben spielt Tischtennis. Nicht überall im Landkreis werden vorhandene Tischtennisplatten gleichermaßen gut angenommen, berichtet Sünkel. "Im Stadtgebiet Lichtenfels sind die Tischtennisplatten eher nicht im Trend", so seine Erfahrung. Beinahe auf jedem Spielplatz sind Kinder unterschiedlichsten Alters anzutreffen. Durchweg positiv wird die Frage beantwortet, ob ihnen der Spielplatz gefällt. Oft ist es auch am Eifer erkennbar, mit denen die Spielgeräte genutzt werden.
An der zweiten Station der Bewertungstour in Birkach, hier liegt der Spielplatz mitten im Ort, ist der Wasserbereich der absolute Favorit. "Im Sommer ist das Wasser sehr begehrt", berichtet Bernhard Weidhas, der Vorsitzende der Gartenfreunde Birkach. Als wollte er es bestätigen, erzählt Niklas, er habe schon einmal eine ganze Stunde lang Wasser gepumpt.
In Bad Staffelstein wird die Jury von 2. Bürgermeister Hans-Josef Stich (CSU) erwartet. Erster Anlaufpunkt ist der Spielplatz in End. Eine große, grüne Hecke schirmt den Spielplatz von Straßenverkehr ab. In einem Bereich befinden sich die Spielgeräte, die große freie Fläche lädt zum Ballspielen und Toben ein. Die Stadt habe alle ihre Spielplätze extern prüfen lassen, berichtet Stich. In Folge müssen jetzt Spielgeräte ausgetauscht werden, die nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Dafür stellt die Stadt 60 000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Laut Stich investiere die Stadt damit dreimal soviel wie bisher in ihre Spielplätze.
Der schönste Spielplatz wird sich ohnehin kaum finden lassen, vermutet Stromer. Da es eine Reihe von Spitzenplätzen und ein großes Feld an guten Spielplätzen im Landkreis gibt. Dennoch wird am Freitag ein Sieger ermittelt werden. Für die Jury sicher keine leichte Aufgabe. Der erstplatzierte Spielplatz darf sich über ein Spielplatzfest und Kleinspielgeräte im Wert von 250 Euro freuen. Den Zweit- und Drittplatzierten winken ebenfalls Kleinspielgeräte im Wert von 250 Euro. Alle anderen Teilnehmer erhalten einen Trostpreis. Für die Kinder ist "ihr" Spielplatz immer der schönste.