Pfarrer Veit Röger von der evangelisch-lutherischen Johanneskirche wendet sich an die Öffentlichkeit. Es geht um die Glocken der Kirche und darum, dass manche Zeitgenossen das Schlagen als Lärm empfinden. "Im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Glockenschlag im Lautertal haben wir bereits darüber informiert, dass wir in der Johanneskirche einen anderen Weg gehen möchten. Dazu laden wir morgen alle zu einer Aussprache in unsere Johanneskirche ein", schreibt Veit Röger in einer Pressemitteilung.

Der Geistliche bezieht sich auf die Ereignesse und die Auseinandersetzung in Unterlauter, über die das Tageblatt im Oktober mehrfach berichtet hat. Im Juli hatte der Kirchenvorstand beschlossen, die Zeitschläge der Glocke der Trinitatiskirche zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh einzustellen. Der Entscheidung war die Beschwerde eines Anwohners aus einem Neubaugebiet vorausgegangen, der sich an den nächtlichen Glockenschlägen gestört hat. Andere Bewohner Unterlauters konnten diesen Beschluss des Kirchenvorstands nicht verstehen. Das brachten sie auch in einem Leserbrief ans Tageblatt zum Ausdruck. Die 16 Bürgerinnen und Bürger, die ihn unterzeichnet haben, schrieben: "Mit Bedauern und Unverständnis nehmen wir die Entscheidung des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Unterlauter zur Kenntnis. ... Es ist schon äußerst vermessen, dem Antrag eines Beschwerdeführers unterwürfig zu folgen und die Auffassung der anderen Mitbürger zu ignorieren." Damit ging die Diskussion erst los.

Heute ein Austausch in der Kirche

Natürlich hat man das Ganze auch in Wüstenahorn verfolgt. Und will jetzt einen anderen Weg einschlagen, um zu entscheiden, ob die Glocken nachts zu hören sein sollen oder nicht. Pfarrer Röger schreibt: "Viele Menschen aus Hut und Wüstenahorn haben mit uns im Frühling die Freude über die neu erklingenden Glocken unserer Johanneskirche geteilt und uns das weitergegeben. Uns haben aber auch Stimmen erreicht, die sich aus verschiedenen Gründen von den Glocken gestört fühlen. Diese Anfragen wollen wir ernst nehmen und gerne darüber ins Gespräch kommen, ob und wie wir eine Lösung finden können, die allen entgegenkommt. Daher laden wir alle Betroffenen - sowohl die LiebhaberInnen als auch die KritikerInnen unserer Glockentradition - zu einem ersten Austausch ein: am Dienstag, 7. Dezember, um 18 Uhr in der Johanneskirche."

Hinweis: Nach den derzeit aktuellen Vorschriften muss das Gespräch unter Beachtung der 2G-Regel stattfinden. Wer mitdiskutieren will, sollte einen entsprechenden Nachweis mitbringen. red