Betroffene Gesichter blicken in die Kamera. Es fällt den Schülern offensichtlich schwer, über ihre Erfahrungen zum Thema Mobbing zu sprechen. In den Interviewsequenzen erzählen sie mutig, wie Mobbing ihr Leben verändert hat, und geben Tipps, wie sich Mobbingopfer helfen können. Das Video ist in Schwarz-Weiß gehalten und wirkt bedrückend auf den Zuschauer. Dadurch werden die einfühlsamen und sehr reflektierten Aussagen der vier Schüler noch unterstrichen.

Mit dem Film "Mobbing" gewannen die Schüler der Offenen Ganztagsschule Stegaurach den ersten Platz des Filmwettbewerbs. Er wurde wegen seiner Ehrlichkeit und Intimität als Sieger ausgewählt.

Den zweiten Platz erhielten die Schüler der Erlöserschule Mittelschule für die tolle Umsetzung und die starke Botschaft ihres Films "Rassismus".

Der dritte Platz wurde wegen eines starken Kopf-an-Kopf-Rennens gleich an zwei Filme vergeben. Der Film mit dem Titel "Nie wieder Rassismus" wurde von Schülern der Hugo-von-Trimberg-Mittelschule gedreht und der zweite - mit dem Titel "Ausländer raus?!" - von Schülern der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule.

Für die besten Filme war ein Preisgeld ausgeschrieben, 200 Euro für den ersten, 150 Euro für den zweiten und 100 Euro gab es für den dritten Platz.

Alle Filme können online auf dem Youtube-Kanal der "Medienwerkstatt Bamberg", in der Playlist "IWGR Filmwettbewerb", angeschaut werden.

Den Plakat-Wettbewerb gewann eine Schülerin der Realschule Scheßlitz, Sandrina Freudensprung, und erhielt ein Preisgeld von 150 Euro. Das Gewinnerbild fällt durch die ausdrucksstarke Farbigkeit und die starken Kontraste auf. Im Vordergrund ist das Gesicht einer schüchternen Frau dargestellt, das sich aus einer Kombination aller Grundfarben zusammensetzt. Die Frau blickt in ein schwarz-weißes Umfeld. Dies soll ein Appell an den Mut zur Vielfalt und Toleranz sein.

Der zweite Platz, mit 100 Euro dotiert, ging ebenfalls an Sandrina Freudensprung. Dieses Plakat wurde in einer anderen Stilrichtung, nämlich der Pop Art erstellt. Darauf sind zwei starke junge Frauen zu sehen, die ihre Stimmen erheben. In der Sprechblase in der Mitte stehen die Worte: Vielfalt, Gleichbehandlung, Toleranz.

"Bei der Wahl der Gewinner waren keine Namen bekannt, die Bilder wurden nach der überzeugendsten Botschaft ausgewählt", erklärt ein Mitglied der Jury.

Der dritte Platz (50 Euro) ging an die Schülerin Amirah Khalil, ebenfalls aus der Realschule Scheßlitz. Ihr Plakat zeigt den Bürgerrechtler Martin Luther King vor einem bunten Hintergrund, wie er gerade eine Rede hält. Hinter seinem Kopf strahlt eine gelbe Sonne hervor, die viel Power und Glanz ausdrückt.

Wanderausstellung

Alle Plakate wurden vom Stadtjugendring eingerahmt und im ersten Stock des Rathauses aufgestellt. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung geplant. Sie kann von Institutionen und Schulen gebucht werden und soll auch an öffentlichen Stellen ausgestellt werden.

Die Filme und Plakate wurden unter dem Motto "Gesicht zeigen - Stimme erheben" zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus erstellt. Diese fanden bereits im März zum achten Mal in Bamberg statt. Der 21. März gilt als offizieller Internationaler Tag gegen Rassismus.

In diesem Zusammenhang hatte die Stadt Bamberg zu einem Film- und Plakatwettbewerb aufgerufen. Durch die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema sollten Kinder und Jugendliche für ein respektvolles Miteinander sensibilisiert werden. Die Beiträge konnten von Schulklassen, Schülergruppen oder Einzelpersonen eingereicht werden.

Die Filmbeiträge sollten zum Teil in den Bamberger Kinos als Vorfilme gezeigt werden und für die Plakate war eine Ausstellung vorgesehen. Wegen der Corona-Pandemie ist es allerdings nicht dazu gekommen. Unlängst nun wurde die Preisverleihung im kleinen Kreis nachgeholt. Dafür versammelten sich die Gewinner des Wettbewerbs, Oberbürgermeister Andreas Starke, Landrat Johann Kalb sowie Vertreterinnen des Migrationsbeirates im Bamberger Rathaus. Selina Helmrich