Das Jahr seines 256. Geburtstages wird für Abraham Wolfgang Küfner (geboren 3. Februar 1760 in Betzenstein, gestorben 1817 in Ingolstadt) endlich das Jahr, in dem erstmals eine Ausstellung sein großartiges künstlerisches Lebenswerk als Kupferstecher und seine patriotische Tat zur Rettung des Dürerselbstbildnisses anschaulich, mit vielen Original-Dokumenten und Kupferstichen, zeigen wird.
Jahre hat es auch für Karl Heinz Fietta gedauert, bis nach seinen Präsentationen über seine Forschungsergebnisse in Betzenstein, Schnaittach, Bayreuth, Nürnberg und zuletzt am Tag der Franken in Schloss Erlangen ein passender Zeitabschnitt gefunden werden konnte, an dem eine Sonderausstellung im Fränkische-Schweiz-Museum Tüchersfeld (FSMT) diese Forschungsergebnisse zeigen kann.
Der Titel der Sonderausstellung lautet "Tatort Franken: Der Kupferstecher Abraham Wolfgang Küfner und der falsche Dürer", sie wird vom 30. September 2016 bis Januar 2017 zu sehen sein. Wie man es von einem Museum erwartet, werden Kupferstiche und Bücher aus der Zeit im Original gezeigt. Zwei relativ große Original-Kupferstiche aus den Jahren 1791 und 1800, die Karl Heinz Fietta dank seiner akribischen Forschungen in den letzten Jahren selbst erwerben konnte, werden neben anderen kleineren Kupferstich-Originalen von Karl Heinz Fietta dem FSMT als Leihgabe für die Sonderausstellung angeboten.
"Wenn man die Kupferstiche in Händen hält, dann wird im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte begreifbar", so Fietta. Denn wenn man sich bewusst macht, dass Abraham Wolfgang Küfner diese Original-Kupferstiche beim Abdruck vor über 200 Jahren auch in Händen hielt, "dann ist es beinahe so, als gäbe man Küfner die Hand". Zum Beispiel der Original-Kupferstich "Innere Ansicht des Schauspielhauses in Nürnberg" (41x27) wird eine Attraktion für Besucher, vor allem aus dem Raum Nürnberg, sein.


Dürer vor dem Louvre bewahrt

Abraham Wolfgang Küfner (1760-1817) war Kupferstecher und Verleger in Nürnberg und hat zeitlebens nahezu 400 Kupferstiche geschaffen. Viele Originale davon befinden sich auch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und vor allem im Kupferstich-Kabinett der Kunstsammlungen der Veste Coburg. Unter Einsatz seines Lebens vertauschte Küfner 1801 das Dürer-Original mit einer Dürer-Reproduktion aus seinem Kunsthandel, um es vor dem Zugriff des französischen Kunstkommissars François-Marie Neveu während der zweiten französischen Besatzung Nürnbergs zu bewahren.
Dieser schickte die Reproduktion eines bis heute unbekannten Malers (also den falschen Dürer) als vermeintliches Original nach Frankreich in den Louvre. Erst 1805 gelang es Küfner als Kunstsachverständiger, zusammen mit dem damaligen Eigentümer des Dürer-Originals, Georg Gustav Petz von Lichtenhof, das Dürer-Selbstbildnis nach München zu verkaufen. Damit drohte ihnen keine Bestrafung mehr durch die Franzosen. Ohne Küfners Tat wäre heute das weltberühmte Dürerselbstbildnis aus dem Jahre 1500 nicht in der Alten Pinakothek in München, sondern im Louvre in Paris und die Nürnberger, die "ihren Dürer" im Original sehen möchten, müssten bis nach Paris fahren.


Auch Ruinen und Burgen

Die Ausstellung im FSMT will auch über die Technik des Kupferstichs aufklären und damit zeigen, welch präziser und fleißiger Kupferstecher Küfner war und mit welchen Motiven er vielfältig das Zeitgeschehen im Franken der damaligen Zeit dokumentiert hat.
Darüber hinaus hat A.W. Küfner auch 1809 eine Sammlung der Ruinen und Ritterburgen in Franken herausgegeben, in der er mit seinen darin abgedruckten Kupferstichen den damaligen Zustand der Burgen dokumentiert hat. Unter vielen anderen zum Beispiel ein Kupferstich der Burg Wüstenstein oder der Burg Hohenstein. khf