Seit September läuft der Bürgerwindpark Sailershausen mit seinen zehn Windrädern im Probebetrieb und die im Probebetrieb erzielten Erträge entsprechen den prognostizierten Einspeisemengen in Höhe von 55 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Ausschüttungen an die Genossenschaftsmitglieder sind aber erst dann möglich, wenn die steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Vorschriften erfüllt sind. Diese sind mit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 aber noch nicht erreicht. Das waren die Kernaussagen von Vorstand und Aufsichtsrat der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) bei der Vorlage des Geschäftsberichtes für das Jahr 2015 im FC-Heim in Haßfurt.
Vor 77 Genossenschaftsmitgliedern erklärte Vorstandsvorsitzender Siegmund Kerker, dass die angestrebte Beteiligung in Höhe von drei Millionen Euro an der Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH & Co.KG erzielt werden konnte. Somit sei keine Beteiligungsmöglichkeit für Neumitglieder oder ein Nachzeichnen von Geschäftsanteilen durch Mitglieder mehr möglich. Bis alle Einzahlungen der gezeichneten Genossenschaftsanteile eingegangen waren, musste jedoch laut Kerker ein kurzfristiges Darlehen zur Zwischenfinanzierung aufgenommen werden.
Für die zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Haßberg-Kliniken war im Bericht zuerst ein Jahresertrag von 11 486 Kilowattstunden aufgeführt, der auf Nachfrage überprüft und auf den Zeitraum 2015 abgestellt wurde. Danach kam es zu einer erfreulichen Korrektur auf eine Leistung der beiden Anlagen von doch 33 909 Kilowattstunden im Jahr 2014 und sogar 39 656 Kilowattstunden im Jahr 2015.
Einige Mitglieder interessierte natürlich die Frage, wann die steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Gewinnausschüttung vorliegen. Dazu meinte Siegmund Kerker, dass die BEG natürlich nur mit einem Anteil von rund drei Millionen Euro an der Anlage beteiligt sei. "Stellen Sie sich darauf ein, dass dies im nächsten oder übernächsten Jahr der Fall ist. Wir können aber guter Dinge sein. Und wenn kein Wind geht, geht auch nichts."
Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Georg Häfner wies darauf hin, dass 3,2 Millionen Euro an Rücklagen gebildet werden müssen, davon 1,7 Millionen Euro für den Rückbau. Außerdem habe man noch kein Jahr Betriebszeit. Für die betriebswirtschaftlichen Ziele fehlten noch 200 000 Euro.
Den Bericht aus dem Aufsichtsrat gab Vorsitzender Dieter Möhring. Gemeinsam mit dem Vorstand habe der Aufsichtsrat beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe von 30 272 Euro unter Einbeziehung des Verlustvortrages aus vorangegangenen Geschäftsjahren auf neue Rechnung vorzutragen.
Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder hat sich von 359 auf 448 erhöht. Diese haben 3270 Geschäftsanteile gezeichnet mit einer Summe von 3 270 000 Euro. Möhring stellte fest, dass die wirtschaftliche Lage geordnet sei, die Ausschüttung aber erst nach Ablauf der Verlustvorträge und ausreichender Liquidität möglich sei. gg