Die aktuellen Corona-Regelungen besagen, dass sich Personen eines Hausstandes im Privaten oder in der Öffentlichkeit nur mit einem weiteren Haushalt treffen dürfen, maximal zehn Personen. Einsamkeit ist grundsätzlich besonders dann ein Thema, wenn Menschen alleine leben und/oder, wenn keine Angehörigen in der Nähe wohnen, die sie besuchen können. Ebenso ist die dunkle Jahreszeit ein Faktor, der die Lebensqualität negativ beeinflussen kann. Rechnet man beides zusammen und fügt noch die Einschränkungen während des erneuten Corona-Lockdowns hinzu, wird klar, dass es die Mithilfe aller Bürger braucht, um allein lebende Menschen - ältere, aber auch junge - durch diese Wochen zu begleiten.

"Zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus und auch als Tipp zum Selbstschutz könnten sich konstante Zweiergruppen bilden, welche zum Beispiel gemeinsam spazieren gehen oder sich besuchen", sagt Romy Eberlein, die sich beim Kreisseniorenring (KSR) in Forchheim besonders für ältere Menschen engagiert. Wichtig sei, dass es sich immer um dieselben zwei Personen bzw. Hausstände handelt, damit die Infektionskette klein gehalten wird. Hierbei ist trotzdem auf ausreichend Abstand (1,5 Meter) und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu achten, vor allem, wenn der Abstand doch einmal unterschritten wird. In Innenräumen muss regelmäßig gelüftet werden.

Barbara Kalpen, Diplom-Gerontologin und ebenfalls beim KSR, gibt ihre Expertise weiter: "Sozialkontakte - auch mit Abstand - schützen vor Einsamkeit und Depression. Bewegung außerhalb der eigenen vier Wände erhöht die Lebenszufriedenheit, da Aktivitäten in bestimmten Arealen des Gehirns abnehmen, die für Grübeln und Sorgen zuständig sind. Außerdem aktivieren Umweltreize, wie Wind, Regen, Kälte und Hitze, das Immunsystem, und der Erhalt der Mobilität wird gefördert." Zum Thema Einsamkeit sagt Eberlein: "Es gibt immer noch einige Menschen, die sich schämen, von sich aus nach Hilfe zu fragen oder bei einer anderen Person anzurufen. Rufen Sie also Ihren Nachbarn ruhig einfach mal an. Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass er oder sie sagt, dass keine Anrufe gewünscht sind. Das ist dann aber auch keine Änderung zu vor dem Telefonat."

Weitere Angebote

Wenn Menschen Unterstützung beim Einkaufen brauchen, gibt es in jeder Gemeinde Strukturen, die sich zu Beginn des Jahres gebildet haben. Auskunft darüber kann die entsprechende Gemeindeverwaltung geben.

Falls einfach mal jemand zum Reden gebraucht wird: Die Organisation Silbernetz bietet eine kostenlose und anonyme Hotline gegen Einsamkeit im Alter: Tel. 0800/470 80 90.

Der Digital-Kompass stellt kostenfreie Angebote für Ältere rund um das Thema Internet und Co. bereit. Unter www.digital-kompass.de gibt es weitere Informationen. Es handelt sich um ein Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und Deutschland sicher im Netz e.V,. in Partnerschaft mit der Verbraucherinitiative mit Förderung des Bundesministeriums der Justiz und Verbraucherschutz. red