Die hohen Wildunfallzahlen im Landkreis Kronach sind seit langer Zeit ein bekanntes Problem. Vor allem in den letzten Jahren nehmen diese, trotz intensiver Bemühungen und Maßnahmen, immer weiter zu. Einer der Schwerpunkte im Raum Kronach Süd ist die ST 2200 bzw. B303 (neu) auf der Höhe von Schmölz. Gemeinsam mit dem Leiter des Projekts "Wild und Straße", Klaus Riedel, wurden in den letzten Jahren in diesem Bereich schon verschiedenste Maßnahmen zur Vermeidung von Wildunfällen erprobt.
So wurden unter anderem verschiedene Duftzäune entlang der Fahrbahn angebracht, die das Wild durch einen speziellen "Duftcocktail" am Überqueren der Straße hindern sollen. Trotz konsequenter Durchführung dieser Maßnahmen konnten die Wildunfälle jedoch nicht reduziert werden. Im Gegenteil: Die landkreisweite Erhöhung der Unfallzahlen zeichnet sich auch in Schmölz ab. Auf einer Info-Veranstaltung des Projekts "Wild und Straße" wurden Anfang 2016 die neuen Multi-Wildschutzwarner der Firma Motzener Kunststoff GmbH vorgestellt. Diese wurden bereits an zwei Bereichen im nördlichen Landkreis installiert und liefern vielversprechende Ergebnisse.
"Wir haben dringenden Handlungsbedarf und müssen deshalb alles daransetzen, Mensch und Wild durch geeignete Maßnahmen auf der Fahrbahn zu schützen", stellt der Pächter Hans Hiesl fest. Da die Pächterfamilie Hiesl und die Jagdgenossenschaft des Schmölzer Reviers ein wunderbares Miteinander pflegen, war klar, dass man gemeinsam nach Lösungsansätzen sucht. "Als die Familie Hiesl die Idee der "Multi-Wildschutzwarner" an mich herantrug, war es selbstverständlich, dass die Jagdgenossenschaft das Projekt unterstützt", erinnert sich der Jagdvorstand Markus Koch. "Es kann nicht sein, dass die Jägerschaft bei solchen Problemen alleine gelassen wird. Wir sind als Jagdgenossen genauso in der Pflicht mit anzupacken und zu unterstützen, allein schon finanziell."
So sahen es wohl auch die restlichen Jagdgenossen. Als die Thematik auf der Jagdgenossenschaftsversammlung angesprochen wurde, stieß sie sofort auf breite Zustimmung und die Versammlung beschloss letztlich, mit 500 Euro den Großteil der Kosten für die Wildschutzwarner zu übernehmen. Die restlichen Kosten wurden zum einen von einer Förderung durch den Jagdschutz- und Jägerverband Kronach e.V und zum andern von der Familie Hiesl gedeckt, die auch die Anbringung der Wildschutzwarner am Fahrbahnrand vornahm.
Die Wildschutzwarner haben Reflektoren in verschiedenen Farben. Auftreffendes Licht erzeugt bis zu 156 verschiedene Lichtblitze. Dieses Licht spricht das gesamte sichtbare Lichtspektrum des Wildes an und ist ständig in Bewegung und verändert sich. Dadurch entsteht beim Wild der Eindruck einer Bewegung, was es zum Stehenbleiben bringt. Durch die individuelle Anordnung der Farbfelder ist auch eine Gewöhnung des Wildes an die Reflektoren sehr unwahrscheinlich. Außerdem ist jeder Wildwarner im oberen Bereich mit einem Schwamm ausgestattet, der für die Aufnahme von Vergrämungs-Duftstoffen vorgesehen ist. red