"Kollateral", so stimmte der Eingangssong des Duos Werner Lutz und Mario Bock zur Kundgebung "Nein zur Beteiligung Deutschlands am Krieg in Syrien!" am Samstag auf dem Hugenottenplatz in Erlangen ein. Gut hundert Bürger waren gekommen, um mehreren Rednern in der knapp einstündigen Veranstaltung zuzuhören.
Kollateral - das könnte man flüchtig mit "knapp daneben" übersetzen. Was sie genau darunter verstehen, haben die Vortragenden im Einzelnen dargelegt: Dieter Rosner, Vorsitzender der SPD im Erlanger Stadtrat, war es wichtig zu betonen, dass es falsch wäre "Terroristen zu Kriegsgegnern zu machen". Vielmehr wäre es wichtig, zunächst ein internationales Mandat für das Eingreifen in einen Bürgerkriegskonflikt zu bekommen und sich dann vor allem um humanitäre und diplomatische Ziele zu kümmern. Friedliche Konfliktlösungen gelte es zu unterstützen und dies sei der Bundesregierung aktuell abzufordern.


Gegner in der Minderheit

Mit Mohamed Abu El Qomsan meldete sich überraschend auch der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Erlangen mit einem Grußwort an die Versammelten und stellte die Verbindung her zu der zeitgleich auf dem Rathausplatz stattfindenden Mahnwache für die Opfer von Istanbul und gegen Krieg und Terror.
Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens (Grüne) betonte in ihrem Beitrag, dass die Gegner eines Militäreinsatzes in Syrien in Deutschland noch immer zu einer knappen Minderheit gehörten und das trotz der negativen Erfahrungen im Kosovo und in Afghanistan. Kollateralschäden auch hier jeweils zuhauf.
Stadtrat Johannes Pöhlmann schließlich (Erlanger Linke) legte seinen Schwerpunkt auf die zentrale Aussage: "Nur die Syrer dürfen über die Zukunft Syriens entscheiden."
Dies beinhalte nicht nur eine Einschränkung aller Einflussnahmen von außen, einschließlich auch etwa deren Beschränkung durch Wirtschaftsmaßnahmen gegen Saudi-Arabien, sondern ebenso die Anerkennung kurdischer Verbände und Parteien in Syrien, etwa durch die Türke), sowie die Aufhebung des PKK-Verbots auch in Deutschland. Sei ein diplomatischer Ausgleich nicht möglich, so sei die Flucht nach Europa aller gutes Recht.