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Ma konnte spüren, wie sich die Begeisterung der Ortsbewohner über das gelungene Projekt auf die Redner übertrug. Pfarrer Rudolf Scharf freute sich darüber, dass der kirchliche Segen mit einbezogen wurde. Zahlen standen nicht Vordergrund. Nur eine Zahl ist wichtig: Dorfgemeinschaft hatte 970 Stunden Eigenleistung in die Verwirklichung des Projektes eingebracht. Die Wiesener Blasmusik unter Leitung von Peter Schober begleitete die Veranstaltung.
Die Sonne strahlte auf den weiträumigen Dorfplatz, als Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) am Freitagabend das Abschlussfest eröffnete. Er skizzierte die Entstehung des Projekts und ging auf die gute Zusammenarbeit zwischen Stadtbauamt, Bauleitung und Dorfgemeinschaft ein. Der Ortskern mit Jugendheim, Spielplatz und St.-Andreas-Kirche habe eine enorme Aufwertung erfahren, sagte er.


"Sehenswertes Dorf"

Pfarrer Rudolf Scharf erteilte dem neu gestalteten Platz den kirchlichen Segen. Landrat Christian Meißner (CSU) bezeichnete Wiesen als sehenswertes Dorf, das einen besonderen Stellwert einnehme. Reichlich Applaus gab es für den Landrat, als er zusammenfasste: "Wiesen ein fränkisches Kleinod - nicht jeder darf so leben wie wir."
Der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Anton Hepple, sagte, die Bezeichnung "Einfache Dorferneuerung" habe in Wiesen voll gegriffen: In Gemeinschaft mit den Bürgern vor Ort planen, Eigenverantwortung durch Mithilfe zeigen und nicht zuletzt dadurch auch eine Gemeinschaft pflegen. Die Einzelobjekte wie Kinderspielplatz, Jugendheimsanierung und Wegenetzerneuerung seien hervorragend gelungen.


Es ging rau, aber herzlich zu

Ortssprecher Hans Bramann (FW) überbrachte den Dank der Ortsbevölkerung. Dem Landrat dankte er unter anderem für die Gehwegumgestaltung entlang der Kreisstraße. Was in kurzer Zeit hier realisiert wurden sei begründet im Willen des Amtes für Ländliche Entwicklung, der Stadt Bad Staffelstein mit Stadtrat und Bauhof sowie der Bürgerschaft von Wiesen. "Wenn ich konnte, war ich bei den Arbeitseinsätzen dabei", fuhr er fort. Es sei manchmal rau, immer aber herzlich zugegangen. Letztendlich habe stets der Zusammenhalt im Vordergrund gestanden, und so könne nun auf eine stolze Bilanz von 970 freiwillig geleisteter Arbeitsstunden der Bürger verwiesen werden. Beteiligt hatten sich 65 Personen. "Meine Freude ist groß", schloss Bramann, "dass das ehemalige Schulhaus saniert wird".
Den Abschluss des offiziellen Programmes bildete der Gedichtvortrag "Das Land der Nachtigallen" durch Hans-Karl Schober. Das Gedicht ist 180 Jahre alt. Bei Recherchen für die Kirchenchronik im Jahr 2000 war Bezirksheimatpfleger Günter Dippold auf Gedichte von Georg Adam Thiem gestoßen. Thiem, 1811 als Sohn eines Webermeisters in Bamberg geboren, war von Herbst 1835 bis Frühjahr 1837 Kaplan in Döringstadt. Er veröffentlichte Predigten, Andachtsschriften, Nachrufe und vieles andere. Während seines anderthalbjährigen Aufenthaltes in Döringstadt scheinen ihm seine Aufgaben in Wiesen genug Muße für seine Schriftstellertätigkeit gelassen zu haben. Exemplarisch seien drei Gedichte genannt, die er hier als Kaplan geschrieben hat.
Anschließend feierten die Wiesener auf ihrem großzügig gestalteten Dorfplatz mit Kinderunterhaltung durch die Jugendgruppe "Eierbergkids" sowie mit Blasmusik