Eine Vorreiterrolle im Landkreis Haßberge übernimmt die Gemeinde Wonfurt, um während der Pandemie handlungsfähig zu bleiben und das Infektionsrisiko für die Mandatsträger zu reduzieren. Am Dienstag änderte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme seine Geschäftsordnung. Danach finden ab einem Inzidenzwert von 150 zum Zeitpunkt der Sitzungseinladung keine Präsenzsitzungen des gesamten Gremiums mehr statt.

Der bereits als beschließend ausgelegte Bau- und Umweltausschuss hat dann die Befugnis, bis zu einer Wertgrenze von 75 000 Euro zu entscheiden. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass der Finanz- und Hauptausschuss während der Geltungszeit der Regelung ebenfalls beschließend wirkt.

Zur Information aller Gemeinderatsmitglieder wird es vor der jeweiligen Ausschusssitzung eine Videokonferenz geben, in der die Themen beratend besprochen werden können. Sobald der Inzidenzwert dann wieder unter die Marke von 150 sinkt, wird diese Pandemieregelung automatisch außer Kraft gesetzt.

In der Verwaltung und dem Bauhof gibt es bereits seit längerer Zeit einen Schichtbetrieb, um Kontakte zu minimieren und den laufenden Geschäftsbetrieb gewährleisten zu können, sagte Bürgermeister Holger Baunacher.

Kanalgebühren steigen 2021

Ab kommenden Jahr werden sich die Kanalgebühren in der Gemeinde Wonfurt verändern. Für den ab 1. Januar neu geltenden Kalkulationszeitraum wurden folgende Beschlüsse gefasst. Die Benutzungsgebühr steigt in Wonfurt und Steinsfeld um 0,85 Euro je Kubikmeter auf 2,90 Euro je Kubikmeter. Wesentlicher Grund hierfür ist eine Verdoppelung der Kosten für die Klärschlammentsorgung und die Rückgabe eines Gebührenüberschusses aus dem Kalkulationszeitraum 2018 bis 2020.

In Dampfach wurde in dem gleichen Zeitraum ein Gebührenüberschuss erwirtschaftet, der an die Bürger zurückgegeben wird. Hier sinkt die Benutzungsgebühr um 0,11 Euro je Kubikmeter auf zukünftig 2,84 Euro je Kubikmeter. Der Anteil der Endabrechung der Kanalmaßnahmen in Dampfach, der über Gebühren finanziert werden soll, ist hierbei schon berücksichtigt. Die Grundgebühr von fünf Euro im Monat bleibt in allen drei Gemeindeteilen gleich.

Zur Unterstützung von Fach- und Ergänzungskräften in Kindergärten wurde vom Bayerischen Sozialministerium beschlossen, Richtlinien zur Förderung von Festanstellungen von Assistenzkräften in Kraft zu setzen. Voraussetzung ist eine Förderung zu gleichen Teilen von Staat und Kommune. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Bürgermeister Holger Baunacher verdeutlichte: "Wenn wir als Gemeinde eine Förderung für eine Assistenzkraft gewähren, beteiligt sich der Freistaat in gleicher Höhe daran."

Assistenzkräfte benötigen die Kindergärten für nicht pädagogische Arbeiten, zum Beispiel das Austeilen des Mittagessens und Ähnliches. Der Gemeinderat beschloss, maximal 15 Arbeitsstunden je Kindergarten in der Woche zu fördern, was einen gemeindlichen Förderanteil von 5634 Euro ausmacht. Der Träger des Kindergartens ist der Arbeitgeber, und er übernimmt die Kosten, die eventuell über die gemeindliche und staatliche Förderung hinausgehen.

Zufahrt wird nicht asphaltiert

Bürgermeister Holger Baunacher teilte dem Gremium mit, dass es zum Bebauungsplan "Hintere Mühlstraße" in Dampfach wohl einiges Unverständnis in der Bevölkerung gebe. Er stellte klar, dass der dort vorhandene Weg als Zufahrt in seinem jetzigen Zustand in Ordnung sei und nicht asphaltiert werde. Deshalb müssten die künftigen Bauherren hierfür auch keine Erschließungsbeiträge bezahlen. Im Gegensatz dazu müssten Kanal und Wasser natürlich ganz normal angeschlossen und bezahlt werden.

Weiterhin teilte Baunacher mit, dass ein Bürger in einem Facebook-Post unter anderem das Fehlen einer Windeltonne in Wonfurt bemängelt habe. Der Bürgermeister vertrat die Meinung, dass Facebook nicht die geeignete Plattform für solche Anliegen sei. Dennoch bekomme der Verfasser in Kürze eine Antwort per Post. Bewusst habe man sich seinerzeit gegen eine kostenlose Windeltonne entschieden, um den Umweltgedanken zu fördern. Im Übrigen liegen ab kommenden Jahr die Müllgebühren in Wonfurt um einiges günstiger als bei allen anderen Gemeinden, die die Entsorgung über den Landkreis organisieren. Außerdem bat Baunacher die Bürger darum, keine Schreiben ohne Absender in seinen Briefkasten zu werfen. Vielmehr sollte sie ihr Anliegen mit Absender schildern, damit er hierzu Stellung nehmen könne.

Die beiden Bauleitplanungen gehen ihren Gang. Zum Bebauungsplan "Stöcklesanger" in Wonfurt fasste der Gemeinderat die Änderungsbeschlüsse und den Satzungsbeschluss. Über die fünfte Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Dampfach wurde ebenfalls positiv im Gremium abgestimmt.