Noch in der vergangenen Bürgerversammlung hatte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) beklagt, dass so viele private Baugrundstücke ungenutzt bleiben. Jetzt tut sich was in der Quellenstraße Nummer 16. Also ein Grund zur Freude?
Auf dem rund einen Hektar großen Gelände um die verlassene Jedicke-Villa soll der Bau von vorläufig zirka 14 Einfamilienhäusern geplant werden (wir berichteten). Jetzt wurde das Investitions-Vorhaben des Bauherrn Royal Real Estate S. A. aus Luxemburg dem Marktgemeinderat Oberthulba vorgestellt. Die Räte begrüßten das Projekt und gaben ihrem Bürgermeister sowie der Rathausverwaltung für Verhandlungen per Beschluss grünes Licht. Voran gegangen sei ein Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde, die keine Einwände gegen das Projekt gehabt habe, berichtete Schlereth.
"Vertreter des Unternehmens Royal Real Estate S. A. kamen kürzlich auf mich zu", so Schlereth weiter. "Die wollen die ganze Fläche von 10 600 Quadratmetern für die Bebauung ausnutzen, und die zukünftigen Häuser sollen schlüsselfertig an die Käufer übergeben werden", sagte Schlereth. Das macht rein rechnerisch rund 757 Quadratmeter für jedes Hausgrundstück. Doch stimmt diese Rechnung nicht ganz, denn es ist ja noch die Fläche für eine neu zu bauende Erschließungsstraße abzuziehen.


Diskussionsbedarf

Und da gab es gleich schon den ersten Diskussionsbedarf unter den Räten, die darüber nachdachten: "Soll diese Erschließungsstraße auf dem Privatgelände auch privat gebaut werden oder öffentlich durch die Kommune, also durch den Markt Oberthulba?" Simone Kreile, Sachgebietsleiterin Bauwesen: "Es wäre besser, wenn unsere Gemeinde auf Dauer zuständig ist. So ein Fall ist erstmalig in unserem Bereich." Mit einer Erschließungsstraße ist es nämlich nicht getan. Die neuen Häuser brauchen selbstverständlich auch Anschlüsse an die Versorgungsleitungen. So gab es jetzt einen einhelligen Beschluss für die "instationäre Überrechnung der Kanalisation", weil alte Berechnungen nicht mehr zeitgemäß greifen. Die Räte sprachen sich eindeutig für das Bauprojekt aus. Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb (Bürgervereinigung Thulba) brachte es auf den Punkt: "Das gibt neuen Schwung für zukünftige Bauherren." Einen kleinen Bremser hatte jedoch Margot Schottdorf (FWG/CSU) einzuwenden: "Mit der grünen Lunge ist es dann für die rundum angrenzenden Nachbarn vorbei."
Auf Nachfrage von Michael Meindl (Bürgervereinigung Thulba) konnte Schlereth bestätigen, dass das geplante Bauvorhaben der Royal Real Estate S. A. mit der Aktion Kindergarten nicht kollidiere. In dem unterhalb gelegenen ehemaligen Betriebs-Gebäude Quellenstraße 16 sollen nämlich die Kinder aus Thulba demnächst eine vorübergehende Bleibe finden, bis die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Thulbaer Kindergartens abgeschlossen sind. Schlereth: "Außerdem soll dieser Teil der Quellenstraße dann zum verkehrsberuhigten Bereich werden."