Nach dem enormen Anstieg der Betriebskosten der Kläranlage in den Jahren 2016 und 2017 konnte der Gemeinderat Hemhofen in der Sitzung am Dienstagabend einen erfreulicheren Beschluss für 2018 und 2019 verabschieden: Aus der Neukalkulation für die kommenden zwei Jahre ergibt sich keine Notwendigkeit der Gebührenerhöhung. Im Gegenteil: Während die Gebühr für das Schmutzwasser weiterhin 3,08 Euro pro Kubikmeter beträgt, konnten die Kosten für das Niederschlagswasser sogar von 0,38 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche auf 0,21 Euro pro Quadratmeter herabgesetzt werden.
Zu einem schnellen Beschluss kam der Gemeinderat auch bei der Vergabe von Honorarleistungen im Bereich Abwasser für das Baugebiet "Z 7 - Zeckern-West" zwischen der Gärtnerei Großkopf und der Kaspar-Lang-Straße an das Ingenieur-Büro Miller.
Für etwas mehr Diskussionsbedarf sorgte ein Antrag der Grünen hinsichtlich des Landesentwicklungsprogramms (LEP) Bayern. Monika Rosiwal-Meißner, die den Antrag verfasst hatte, plädierte dafür, eine Stellungnahme zu den geplanten Änderungen des Programms abzugeben. Vor allem die Auflockerung des Anbindegebots, wodurch Gewerbegebiete nicht mehr nur in unmittelbarer Nähe von Ortschaften angesiedelt werden können, war den Gemeinderäten der Grünen in Hemhofen ein Dorn im Auge. Der Großteil der restlichen Ratsmitglieder hielt die Änderung jedoch für sinnvoll, die vor allem vorsehe, dass Gewerbegebiete gut zugänglich an Autobahnausfahrten platziert werden sollen.
Auch dass die zulässige Verkaufsfläche, bis zu der sogenannte Nahversorgungsbetriebe von der landesplanerischen Verkaufsflächensteuerung freigestellt sind, in allen Gemeinden von derzeit 1200 auf 800 Quadratmeter reduziert werden solle, lehnte der Gemeinderat fast einstimmig ab. Die zwei übrigen Punkte des Antrags hielt die Mehrheit der Ratsmitglieder jedoch für sinnvoll und beschloss, sie in die Stellungnahme an das Staatsministerium aufzunehmen: Künftige Abweichungen vom bestehenden LEP sollen nicht willkürlich vorgenommen werden können. Auch eine wahllose Aufstufung im Zentrale-Orte-System, wodurch immer mehr Orte als Standorte für Einzelhandelsgroßprojekte für geeignet erklärt werden, möchte Hemhofen nicht gutheißen.