von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Neubrunn — Seit dem Jahre 2005 bereits gehört die Gemeinde Kirchlauter zum Bereich der "ILE-Süd"(ILE steht für integrierte ländliche Entwicklung). Obwohl manche Gemeinderäte die Meinung vertraten, dass man von den Vorteilen einer solchen Allianz noch nicht viel gespürt habe, fasste der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung den Beschluss, sich zusätzlich als Kooperationspartner am Konzept der "ILE Ebern und Baunacher Allianz" zu beteiligen.
Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) erinnerte dran, dass im Oktober eine Besprechung stattgefunden habe. Peter Kraus, der Abteilungsleiter beim Amt für Ländliche Entwicklung in Würzburg, habe dabei angeregt, dass sich die Gemeinde Kirchlauter am Entwicklungskonzept für die neu zu gründende Allianz beteiligen solle. Die Gemeinde sei zwar an einem solchen Entwicklungskonzept seit etwa zehn Jahren bei der "ILE-Lebensregion plus" dabei. Nach einer derartig langen Zeit könne aber die weitere Beteiligung an dem neuen Entwicklungskonzept befürwortet werden.
Auf der "Einladungsliste" zu der angepeilten Allianz rund um Baunach, Weisach und Itz standen zahlreiche Gemeinden wie Maroldsweisach, Pfarrweisach, Rentweinsdorf, Untermerzbach, Burgpreppach, Seßlach, Itzgrund, Rattelsdorf, Gerach, Reckendorf, Baunach, Lauter und auch Kirchlauter. Einige dieser Gemeinden arbeiten auch schon in anderen Allianzen mit.


Geringer Aufwand

Im Gemeinderat wurden das Pro und das Contra der Beteiligung rege diskutiert. Der Bürgermeister meinte, dass die ILE-Managerin die Gemeinde auch derzeit bei einem Konzept für Kirchlauter unterstütze. Manche Vorhaben bekomme man auch nicht so gut gefördert, wenn man nicht bei einer solchen ILE dabei sei. Auch er sehe für eine Vollmitgliedschaft keine Anhaltspunkte. Aber am Konzept solle man sich zumindest als Kooperationspartner beteiligen.
Gemeinderätin Eva Schmitt (JL) brachte den finanziellen Aufwand für die Gemeinde ins Gespräch, der sich ja nur auf 1500 bis 2 000 Euro belaufe. Bei einer Gegenstimme wurde der Beitritt als Kooperationspartner beschlossen.
Die Jagdgenossenschaft hatte den Flurweg in der Gemarkung Neubrunn in Richtung Dörflis hinauf zum Rennweg mit einem Kostenaufwand von 4615 Euro hergerichtet und erbat hier einen Zuschuss von 1691 Euro. Gemeinderat Uwe Derra (FW) , selbst Mitglied der Jagdgenossenschaft, versuchte die Bitte um einen relativ hohen Zuschuss der Gemeinde mit einem erhöhten Aufwand für die Wiederherstellung des Weges zu erklären.
Bürgermeister Kandler erinnerte daran, dass die Gemeinde Arbeiten an den Flurwegen schon immer mit 25 Prozent bezuschusst habe und es dabei bleiben solle. Schließlich müsse man ja auch Gerechtigkeit gegenüber den Jagdgenossenschaften in Pettstadt und Kirchlauter wahren. Das Gremium beschloss mit einer Gegenstimme, dass man auch diese Maßnahme mit 25 Prozent und damit mit 1153 Euro fördern werde.


Hohe Förderquoten

Unter dem Punkt "Informationen" teilte der Bürgermeister mit, dass ein neues Investitionsprogramm für die Jahre bis 2018 aufgelegt werde, bei dem Gemeinden mit einer geringen Finanzkraft in den Genuss einer Förderung von bis zu 90 Prozent kommen könnten. Besonders sollen dabei energetische Maßnahmen an Bürgerhäusern bedacht werden. Er schlug vor, das "Oskar-Kandler-Zentrum" in Kirchlauter anzumelden. Bis zum Februar 2016 müssten dazu Planungen erstellt werden.
Gemeinderat Michael Tischner (JL) regte an, auch an Maßnahmen wie Außen- und Dachdämmung und Umbauten zu denken, denn das Zentrum sei nicht mehr ganz zeitgemäß. Robert Muckelbauer (CSU) warf die Frage auf, ob es in der Gemeinde für solch ein Programm nicht auch noch andere Gebäude gebe, und Eva Schmitt nannte hier ganz konkret das Schulhaus von Neubrunn. Dies sollte auf jeden Fall geprüft werden.
Auch das Baugelände "an der Leiten" in Kirchlauter kam zur Sprache, das schon seit Jahrzehnten über Bayerngrund abgewickelt werde. Hierfür fielen auf Grund einer Treuhandvereinbarung jährlich 595 Euro an Unkosten an. Die Maßnahme sei abfinanziert und könnte eigentlich auf die Gemeinde überschrieben werden, hieß es. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den von Anfang an geltenden Quadratmeterpreis von 18,50 Euro für Grund und Boden geringfügig anzuheben.