Die Häuser sind mit gelb-weißen Fahnen geschmückt, der Ort hat sich rausgeputzt und die Einwohner sehnten diesen Tag herbei. Dieses besondere Ereignis, das zum letzten Mal 1903 in dem kleinen Ort mit der Allerheiligenkirche stattfand, ist: eine Primizfeier.

Festgelegtes Ritual

Der am Tag zuvor in Bamberg von Erzbischof Ludwig Schick zum Priester geweihte Mainecker Dominik Stehl feierte seine erste Messe, die Primiz, in seiner Heimatkirche. Zahlreiche Freunde, Wegbegleiter, Vereine, 22 Priester, 18 Seminaristen aus den Priesterseminaren und natürlich seine Familie fanden sich ein, um dieses Ereignis mitzufeiern. In einem festgelegten Ritual nahm der imposante Festzug an der Kirche Aufstellung und holte den Primizianten an seinem Elternhaus ab.

Dort gaben ihm seine Eltern Heidi und Fritz den Segen, und man begab sich zur Kirche, an der schon viele Mainecker warteten. Nach dem Segnen des Gewandes legte Heimatpfarrer Pater Kosma Rejmer dem neuen Priester dieses an. Um allen Besuchern einen Platz anzubieten, hatten die Verantwortlichen ein Zelt im Kirchgarten aufgebaut und die Messe auch auf Leinwand übertragen.

Dominik Stehl zeigte sich überwältigt von den Eindrücken an diesem Tag und dankte allen, die ihm diesen schönen Tag bereitet hätten. Sein Dank galt auch denen, die ihn die ganzen Jahre seines Studiums unterstützt und für ihn gebetet hatten.

In der Predigt ging Subregens Philip Peters, der aus Lantershofen angereist war, nochmals auf den Werdegang des Neupriesters ein. Er wünschte ihm für seinen neuen Weg immer Standhaftigkeit. Am Ende des Gottesdienstes reihten sich Kirchenpflegerin Brigitte Humbert, Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Robert Hümmer, Gemeinderat Gunther Czepera für die Ortsvereine und Josef Schießl in die Reihe der Grußwortredner ein. Mit einem besonderen Geschenk wartete Kirchenpflegerin Brigitte Humbert auf, die ein 150 Jahre altes römisches Kasel (ärmelloses liturgisches Gewand) restaurieren ließ und im Namen der Mainecker Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats Stehl überreichte.

Nach dem Primizsegen standen alle Gläubige bei heißen Temperaturen Schlange, um vom neuen Priester auch den Einzelsegen erhalten zu können. Der Tag schloss mit einem fröhlichen Fest. Noch lange wird dieser Tag den Gläubigen und besonders Dominik Stehl in Erinnerung bleiben. Doch schon am heutigen Donnerstag wird er zusammen mit seinen neuen Priesterkollegen Florian Will und Markus Grasser in der Mainecker Kirche eine gemeinsame Messe feiern.