von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Memmelsdorf — Den Stein ins Rollen gebracht hatte Anita Bauer-Schapkte mit ihrem Schreiben. Nachdem der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung den Änderungen des Bebauungsplanes "Schmittenau" zugestimmt hatte, lag es nun an den Bürgern, aber auch an den Behörden, ihre Einwände dagegen vorzulegen.
In einer schriftlichen Stellungnahme beklagte Bauer-Schapkte, dass bei einer Erweiterung des Hotels Höhn und dem Bau eines Ärztehauses die Parkplätze nicht mehr ausreichten. Denn schon jetzt seien die öffentlichen Parkplätze gegenüber dem Sportlerheim des SC Memmelsdorf unter anderem durch Angestellte der Sparkasse und der Raiffeisenbank sowie aus umliegenden Einrichtungen gut belegt. "Durch den Bau eines Ärztehauses werden zusätzliche Parkmöglichkeiten, alleine für die Bediensteten, notwendig sein. Hier wäre beispielsweise die Errichtung eines Parkhauses eine Alternative", heißt es in dem Schreiben.
Die Verwaltung erwiderte, dass sich die Parkplätze gegenüber dem Sportlerheim auf Privatgrund befinden. Sie können letztendlich nur deshalb öffentlich genutzt werden, weil die Gemeinde mit dem Grundstückseigentümer vor Jahren hierüber einen Pachtvertrag ausgehandelt hatte. Dieser jedoch könne jederzeit gekündigt werden. Insofern bestünde auch kein automatischer Anspruch auf eine dauerhafte unveränderte Nutzung. Zudem müsse der Eigentümer beim Bau eines Ärztehauses auf seinem eigenen Grundstück Parkplätze nachweisen, was er laut dem Bebauungsplan auch tut.
Einige Gemeinderäte hingegen wollten sich in Sachen Parkraum nicht in die Abhängigkeit eines Privatmannes begeben. So fürchtete unter anderem Andreas Saal (CSU), dass beispielsweise bei einem Fußballspiel für die Sportler keine Parkplätze mehr zur Verfügung stünden. Auch sein CSU-Parteikollege Thomas Nickoleit forderte eine notarielle Beurkundung, dass die 45 Parkplätze auch nach dem Bau eines Ärztehauses, wenn dieses überhaupt komme, wie er zweifelte, weiterhin der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.
Weitere Einwendungen von den Bürgern wie die Zunahme der Belastung des Verkehres oder die Befürchtung, dass die Abstandflächen bei der Bebauung nicht eingehalten werden, waren weitaus weniger strittig. Ebenso die Stellungnahmen der Behörden, die prinzipiell keine Einwände gegen die Änderung des Bebauungsplanes erhoben. Daher billigte der Gemeinderat gegen die Stimmen von drei Räten den Planungsentwurf.
Allerdings wurde die Verwaltung verpflichtet, zu überprüfen, wie sichergestellt werden kann, dass die südlich verlorengegangenen Parkplätze auf der nördlichen Seite des Gründleinsbaches wieder entstehen.