Budapest/Kronach — Bei seinem letzten Wettkampf vor fünf Wochen über die lange Distanz in Roth hatte er einen rabenschwarzen Tag erwischt und war über eine Stunde nach seiner anvisierten Zeit ins Ziel gekommen. Umso höher waren bei Thomas Geiger die eigenen Ansprüche an das Rennen in Ungarn; aber auch eine gewisse Unsicherheit machte sich beim ihm im Vorfeld breit, als er am Samstag für das Team Erdinger Alkoholfrei beim 70.3 Ironman in Budapest am Start war.
Hier wollte er sich für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Kaprun/Zell am See qualifizieren. Die 70.3-Serie ist übrigens aus der Ironman Serie-mit den halben Distanzen entstanden: 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21,1 Kilometer laufen - also genau 70,3 Meilen.
Das Rennen in Budapest fand in diesem Jahr erstmals statt. Alle Strecken befanden sich in der Innenstadt. Geschwommen wurde in einem Seitenarm der Donau. Das Radfahren, ein 45-Kilometer-Rundkurs durch die Stadt, musste zweimal gefahren werden. Nur 120 Höhenmeter wies die Strecke auf. Der Anstieg zum Burgpalast war recht einfach zu fahren; lediglich die Abfahrt über Kopfsteinpflaster war technisch anspruchsvoll. Die fünf Kilometer lange, flache Wendepunkt-Strecke entlang der Donau war viermal zu absolvieren.
Ziel von Thomas Geiger war es, beim Schwimmen möglichst wenig Zeit auf die Spitze zu verlieren. Dies gelang nur bedingt; nach 30:57 Minuten war er als Elfter seiner Altersklasse wieder an Land. Beim Radfahren hieß es für ihn also: "Vollgas"!
Nur 120 Höhenmeter - das hört sich recht einfach an, doch wo keine Steigung, da auch kein Gefälle, wo man sich erholen kann. Da hieß es über die kompletten 90 Kilometer, immer Druck auf die Pedale und eine aerodynamisch sehr gute Sitzposition zu haben. Beides gelang, und nach 2:23:51 Stunden wechselte er als Führender seiner Klasse auf die Laufstrecke.
Doch schon nach einem Kilometer dachte er: "Das war's!" Ihn plagten Krämpfe in beiden Oberschenkeln, die auch durch Dehnen nicht verschwanden. Aufhören kam nicht in Frage, und nach weiteren zwei Kilometern und ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ging es besser. Für den Halbmarathon stand am Ende eine Zeit von 1:36:30 Stunden in der Ergebnisliste.
Einen Platz hatte Thomas beim Laufen verloren, doch mit einer Zeit von 4:36:39 Stunden belegte er in der Endabrechnung mit zehn Sekunden Vorsprung auf Rang 3 den zweiten Platz. Das bedeutete somit auch die sichere Qualifikation für die WM. Die Reise nach Ungarn hatte sich somit für den ASC-Triathleten gelohnt, "zumal Budapest ohnehin eine Reise wert ist", so Thomas Geiger. tg