Zu Weihnachten wurde in der Banzer Stiftskirche auf Initiative einiger Gemeindemitglieder ein langjähriger Wunsch in die Tat umgesetzt. Die Idee, eine neue Krippe zu erwerben, wurde im Januar zusammen mit Pfarrer Christian Montag beim Neujahrsempfang geboren.

Viele Pfarrangehörige können sich noch an die Weihnachtskrippe am vorderen rechten Seitenaltar erinnern, die bis zur Übergabe der Pfarrei von der "Gemeinschaft der Heiligen Engel" gestaltet wurde. Nach über 40 Jahren erzählt Diana Schmitt gern von dieser Besonderheit aus ihrer Kindheit. Sie ist von dieser ehemaligen Krippenszene heute noch fasziniert.

Umfangreiche Vorbereitung

Eine neue Krippengestaltung in annähernd ursprünglichem Ausmaß mit Figuren in dem Kirchenraum angemessener Größe erforderte eine umfangreiche Planung und Vorbereitung. So entstand die Idee, dass sich Pfarrgemeindemitglieder mit einer Patenschaft am Krippenprojekt beteiligen können und die Neuanschaffungen finanzieren sich von selbst.

Die Resonanz war riesig - und nach kürzester Zeit hatten schon viele Figuren einen Paten gefunden. "Wir haben uns gerne beteiligt und sind begeistert von der allgemeinen Resonanz der Pfarrgemeinde. Innerhalb kurzer Zeit war der Großteil der Figuren mit einer Patenschaft belegt. Nun hat Banz auch eine wunderbare Krippe, die unserer Kirche einen schöneren Anblick verleiht. Vor allem unsere Kinder sind begeistert", erzählt Maria Ernst.

Figuren entstanden in Handarbeit

Die neuen Krippenfiguren im Wert von rund 3000 Euro stammen von der Firma Marolin aus Steinach in Thüringen. Solch nostalgische Krippenfiguren, in liebevoller und aufwendiger Handarbeit gefertigt, begeistern bereits seit über 110 Jahren Krippenfans und Sammler auf der ganzen Welt. Die geheim gehaltene Mischung aus Ton, Kaolin, Papiermehl und Pflanzenkleister - im Volksmund auch Pappmaché genannt - ist der Grundstoff der Marolin-Krippenwelten.

Der schon lange bekannte Werkstoff Papiermaché fand Ende des 18. Jahrhunderts erstmals Anwendung bei der Herstellung von Figuren. Die aus Frankreich stammende Bezeichnung bedeutet eigentlich "zerfetztes Papier" und wurde als Oberbegriff für zahlreiche Mischungen aus Papier, Wasser, Leim und weiteren Zuschlagstoffen verwendet.

Der Unterbau für die Weihnachtskrippe wurde fachmännisch von zwei heimischen Schreinern angefertigt. Die Ausstattung der gesamten Krippenszene übernahmen Hobbyhandwerker mit ihren Familien. Es kamen ausschließlich Materialien aus umliegenden Wäldern zum Einsatz, und der fränkische Baustil bettet sich in die liebliche Landschaft des Obermaintales.

Pfarrer Christian Montag dankt allen Spendern und ist überwältigt, welchen Zuspruch dieses Gemeinschaftswerk fand: "Gerade in diesen Corona-Zeiten tut ein solches Projekt sehr gut."