Bin ich als Raucher ein verglimmendes Übel? Das bezieht sich natürlich nicht auf das gesamte Leben des Rauchers, sondern vor allem auf seine Freizeit. Immer dann, wenn er mit anderen Menschen zusammensitzt und das von sich fernhalten will, was er in in seiner Arbeitswoche, bei seiner Steuererklärung, beim Hausbau, ja in fast allen Bereichen seines Lebens erlebt: Regeln, Vorschriften, Bevormundung.

Eine Bekannte, Doktorandin und überzeugte Raucherin, hat in der Zeit der Verschärfung des bayerischen Rauchergesetzes ein Wort dafür verwendet: Gesundheitsfaschismus.

Tatsächlich bin ich kein militanter Raucher. Ich habe schon immer vermieden, an Orten zu rauchen, an denen ich Menschen damit auf die Nerven oder Lunge gehe. Im Restaurant, am Biertisch oder an allen Tischen mit einem oder mehreren überzeugten Nichtrauchern. Muss ja nicht sein. Über das Rauchverbot in Restaurants habe ich mich gefreut. Allerdings steuert Bayern nicht erst seit dem Rauchverbot auf eine Entwicklung zu, die mir zu denken gibt: Der Staat mischt sich stärker ins Privatleben ein. Wo ist die Grenze? Es muss Orte geben - die Eckkneipe - in der ein Raucher seine Freiheit auslebt, wenn der Wirt es will. Dass ich Bedienungen gefährde, schließe ich aus. Kein Nichtraucher muss in einer Raucherkneipe arbeiten.