In einer Sitzung formulierte die Grünen-Kreistagsfraktion einen Antrag, der der zunehmenden "Verschotterung" der Natur entgegenwirken soll. Fraktionsvorsitzende Rita Stäblein (Eltmann) monierte, dass immer öfter Freiflächen im Kreis Haßberge mit Schotter, Steinen oder Kies quasi "verschottert" würden, wie der Partei-Kreisverband mitteilte.

Biolandwirt Hans Dünninger (Goßmannsdorf) erinnerte daran, dass die Grünflächen für Pflanzen, Insekten und die Vogelwelt Lebens- und Nahrungsgrundlagen seien, und verwies auf die Sorge um die Artenvielfalt, da in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden. "75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da und es gibt im Freistaat nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren", sagte er.

Eine weitere "Verschotterung" der Landschaft würde die besorgniserregende Situation massiv beschleunigen, war für Hobby-Imker und Kreisrat Harald Kuhn (Zeil) noch einmal Anlass, um auf das Volksbegehren Artenvielfalt hinzuweisen.

Matthias Lewin (Knetzgau) warf ein, dass Rasen- und Grünpflanzungen Hitze abmildern und die Umgebung für Menschen und Tiere erträglicher machen würden. Er erinnerte an den vergangenen Sommer, der die extrem warme und trockene Hitze spüren ließ.

Ein weiterer Gesichtspunkt, um gegen eine "Verschotterung von Freiflächen" zu sein, ist aus Sicht der Bündnisgrünen die Tatsache, dass unter die Schotterschicht sehr oft wasser- und luftundurchlässige Folien eingefügt werden. Dies führe zu einer weiteren vollständigen Oberflächenversiegelung, rügen die Kreisgrünen Durch diese Versiegelung könne kein Regenwasser in den Boden einsickern, sodass bei Starkregen die Kanalisation überlastet werde.

Die grünen Mandatsträger regen an, dass alle Kommunen im Landkreis Haßberge und der Landkreis selbst ermuntert werden, bei Neuanlagen auf Verschotterung zu verzichten und mehr Grün in die Umgebung zu bringen. Die Gartenbesitzer sollen über die Problematik besser informiert werden. red