Zum gleichen Thema: Wissen die Bürgermeisterin und die Gemeinderäte überhaupt noch, wie die Stimmung in "ihrer" Gemeinde ist? Es scheint, als lebten sie bei diesem Thema in ihrer eigenen Welt ...

In weiten Teilen unserer Gemeinde herrscht erheblicher Unmut (oder ist es schon richtige Wut?) über das Verhalten ihrer "Volksvertreter". Warum soll unserer Bevölkerung ein solch überflüssiges, hässliches, Landschaft zerstörendes und aus unfalltechnischer Sicht gefährliches Straßenbauprojekt mit aller Gewalt "übergestülpt" werden?

Das gebetsmühlenartig immer wieder vorgebrachte Argument, "die Straße muss sicherer werden", greift ja wohl nicht. Das bestätigt die Unfallforschung unmissverständlich. Nach einer Begradigung und Verbreiterung wird eine Straße für die Verkehrsteilnehmer gefährlicher. Unfallhäufigkeit und Schwere der Unfälle nehmen zu. Zumindest gilt das uneingeschränkt für Straßen mit Gegenverkehr.

Ist der beanstandete Streckenabschnitt überhaupt gefährlich? Nein, das ist er nicht! In 35 Jahren gab es drei Unglücke. Gefährlich sind nicht die enge Kurven oder die geringe Straßenbreite sondern, wie die beiden Unfälle der vergangenen beiden Jahren uns vor Augen führten, die nicht der Örtlichkeit angepassten zu hohen Geschwindigkeiten und rücksichtlosen Fahrweisen. Die gilt es künftig zu vermeiden! Das wird aber gerade nicht mit der Begradigung und Verbreiterung erreicht, sondern das Gegenteil. Kurven bremsen den Verkehrsfluss in wirkungsvoller Weise. Es wäre daher töricht, diese zu entfernen, um dann den Fehler über Geschwindigkeitsbegrenzungen (an die sich sowieso nur wenige halten) wieder kompensieren zu wollen. Im Endeffekt wird dann noch schneller und rücksichtsloser gefahren.

An den Ortseingängen Weizendorf, Ködnitz und Fölschnitz hat man vor zig Jahren die engen Kurven entfernt. Das Ergebnis kann heute jeden Tag "bewundert" werden. Es spricht sicher nicht für Weitblick und Vernunft, den gleichen Unsinn an anderer Stelle zu wiederholen.

Zu beanstanden sind lediglich die vom Straßenbauamt vor einigen Jahren ganz dicht neben der Fahrbahn aufgestellten hohen Betonwände (die gar nicht notwendig waren!). Die sollten in der Tat wieder entfernt werden. Was hat sich das Straßenbauamt dabei nur gedacht?

Kleine Randbemerkung dazu: Anstatt aus diesem Fehler zu lernen, wurde der gleiche Wahnwitz auf der Bundesstraße zwischen Kauerndorf und Kauernburg sogar noch wiederholt. Auch dort wurden vor einem Jahr, ebenfalls ohne Notwendigkeit, dicht neben der Fahrbahn über eine Länge von 500 Metern die gleichen schrecklichen und gefährlichen Betonteile aufgestellt.

Also, lieber Gemeinderat, geht noch einmal in die Prüfung möglicher kostengünstigerer Alternativen, damit sich der Unmut vieler Bürger wieder beruhigt. Guido Novotny

Fölschnitz