von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Das dürfte der Zweiten Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD) bei einem Geburtstagsbesuch auch noch nicht oft passiert sein. Sie gratulierte im Liebfrauenhaus Helene Würl zu ihrem 95. Geburtstag, den diese gerade in fröhlicher Runde mit Bewohnerinnen der Station Anton feierte.
Von der Stadt gibt es neben einer Karte auch immer auch ein Paket, "da sind lauter gesunde Sachen drin", sagte Renate Schroff. "Danke, aber das hätte nicht sein müssen, ich bin doch gesund", kam als Antwort zurück, und die Jubilarin machte der Bürgermeisterin dafür ein Angebot. "Wenn Sie mal was zum Nähen haben, bringen Sie es einfach vorbei, ich mach's Ihnen gerne", bot Helene Würl ihre Nähkünste an. Diese sind nämlich nach wie vor die große Leidenschaft der in Pommern geborenen Würl. "Die Frau Würl ohne Nähmaschine oder Nähzeug, das geht eigentlich gar nicht", erzählten die Pflegekräfte.
Auch sonst ist die Seniorin noch sehr aktiv, so sei es zwar mit dem Hören schlechter geworden, aber beim Nähen lasse sie nicht nach. Sie nimmt regelmäßig an der Gymnastik und am Gedächtnistraining teil und besucht jeden Sonntag den Gottesdienst. Seit drei Jahren lebt Helene Würl im Liebfrauenhaus, versorgt sich selbst und beschäftigt sich mit Näharbeiten. "Die Frau Würl würde sogar noch selbst ihre Wäsche waschen, wenn sie dürfte", meinte schmunzelnd eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes.
Die verwitwete Seniorin lebte nach dem Tod ihres Mannes und bis zum Einzug ins Liebfrauenhaus allein und versorgte sich auch komplett selbst. Ihre Tochter lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Bremen und der Sohn "weit, weit weg, der ist im Ausland", war von Helene Würl noch zu erfahren.