Die FDP Kulmbach bedauert die Schließung der Integra. Sie will nun von Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) wissen, wann Stadt und Kreis von den Plänen wussten, wie aus einer Pressemitteilung der Partei hervorgeht.
Der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Thomas Nagel betont, der FDP sei bewusst, dass die Verwertung des Elektroschrotts zum Bereich Abfallwirtschaft des Landkreises gehört. Auf der anderen Seite lohne sich die Aufrechterhaltung des Gebrauchtmöbelverkaufs nur mit dem Erlös aus diesem Bereich.
Aus den Medien habe er davon erfahren, dass nach 24 Jahren die Integra Kulmbach schließt. Die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas Kulmbach hätten ihr Engagement dort für beendet erklärt, schreibt Thomas Nagel.


Verständnis für Verbände

Aus Sicht der FDP sei es verständlich, wenn sich Wohlfahrtsverbände aus Unrentabilitätsgründen aus Geschäftsfeldern zurückziehen, allerdings halte er die Ankündigung der Schließung für sehr kurzfristig. Dieses Vorgehen erinnere an das Verfahren der angekündigten bzw. beabsichtigten Schließung der Bürgerhospital-Stiftung.
Der Kreisausschuss habe nun in seiner Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen, dass die Elektroschrott-Abgabe künftig von der Firma Drechsler , also der Privatwirtschaft, übernommen werde. Dieser Anbieter werde die Aufgabe sicher nicht defizitär übernehmen.


Vorher Kontakt aufgenommen?

Thomas Nagel: "Aus Sicht der FDP bleiben die Fragen offen, ob im Vorfeld Kontakt zur Diakonie und zum Bayerischen Roten Kreuz aufgenommen wurde und dort ein Interesse an der Weiterführung der Integra bestand, und seit wann die Stadt Kulmbach von der Schließung der Integra wusste."
Die Frage werde auch sein, wo sich bedürftige Menschen, die nicht in der Lage sind, neues Mobiliar anzuschaffen, künftig gebrauchte Möbel abholen könnten. Vergleichbare Angebote in Bayreuth und Kronach würden über viele Jahre erfolgreich weiterbetrieben, so der FDP-Politiker.
"An dieser Stelle erlaube ich mir, den früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann zu zitieren: ,Wie stark eine Gesellschaft ist, merkt man daran, wie sie mit den Schwächeren umgeht'", so Nagel.


Nach Lagerhallen suchen

Thomas Nagel fragt weiter, wann die Stadt Kulmbach über den Vorgang informiert war und welche Möglichkeiten es gebe, als Stadtrat bzw. als Stadt Kulmbach diesbezüglich helfen zu können.
In diesem Zusammenhang regt er abschließend an, nach sinnvollen, kostengünstigen Lagerhallen zu suchen und auch mit der evangelischen und katholischen Kirche Kontakt aufzunehmen. red