Einen gebrauchten Nachmittag hat der FC Coburg im Landesliga-Spitzenspiel bei den Freien Turnern Schweinfurt erwischt. Die Schützlinge von Coach Lars Müller unterlagen vor allem wegen einer rabenschwarzen, mit drei Gegentoren bestraften Viertelstunde Mitte der ersten Halbzeit nicht nur mit 2:4. Zu allem Überfluss verloren sie auch ihren Mannschaftskapitän Davide Dilauro, der sich kurz nach dem Seitenwechsel nach einem Gerangel die rote Karte abholte.

Landesliga Nordwest

FT Schweinfurt -

FC Coburg 4:2 (3:2)

Und trotz 40 Minuten Unterzahl vergaben die Vestekicker einen Punktgewinn gegen die kaum an konstruktivem Spiel interessierten Gastgeber. So wurde der jüngste Höhenflug des FCC vorerst gestoppt, wobei Halbzeit zwei für die nächsten Spiele durchaus Hoffnung macht. Das sah auch Coburgs Trainer so: "Nach der Halbzeit ganz klar Daumen hoch - da haben wir Moral pur bewiesen!"

Die Fronten waren schnell geklärt: Coburg versuchte auf dem unebenen FT-Geläuf zu spielen. Schweinfurt wiederum hielt dem große physische Präsenz, aber auch viele, vom unsicheren Schiedsrichter nicht adäquat geahndete taktische Fouls entgegen und schlug lange Bälle auf die bärenstarke Sturmspitze Dominik Popp. Nichtsdestotrotz fand der FCC gut in die Partie und ging früh in Führung: Eine Ecke von Aykut Civelek beförderte der gleichwohl überzeugende FT-Abwehrchef Marcel Hölderle - von Tevin Mc Cullough bedrängt - per Kopf ins eigene Netz (16.).

Aber die Vestekicker brachten ihre Gegner selbst ins Spiel zurück. Zweimal versuchten sie sich am eigenen Strafraum erfolglos im Dribbling, und als Popp zu Boden ging, entschied der Referee auf Elfmeter, den Popp sicher verwandelte (28.). Eine Szene, die Müller mächtig frustierte: "Wie aus dem Nichts verfallen wir wieder in alte unselige Muster und fummeln in Situationen, in denen wir den Ball einfach mal wegschlagen müssten!"

Ersichtlich ein Wirkungstreffer: Schweinfurt fing zweimal FCC-Angriffe im Mittelfeld ab, passte steil auf Popp und der bediente erst perfekt Niklas Reuß (37.) und vollstreckte zwei Minuten später selbst zum 3:1. Aber der FCC zeigte Comeback-Qualitäten und kam mit dem Pausenpfiff durch einen an Gökhan Sener verursachten und von Aykut Civelek eingenetzten Elfer zum Anschluss. Nach dem Wiederbeginn war der FCC klar überlegen, woran auch die Unterzahl und die immer weiter zunehmende Hektik nichts änderten. Von Tyrell Waltons Großchance abgesehen (53.) ging es nur noch in Richtung FT-Gehäuse. Aber Coburg war das Spielglück diesmal nicht hold. Mal rettete das Quergebälk den FT vor dem nächsten Eigentor (59.), mal rettete FT-Keeper Simon Mai gegen Jonathan Baurs Kopfball (60.), mal verfehlten Daniel Alles (61.), Ricardo König (71.), Aykut Civelek (77.) und Daniel Sam (84.) den Ausgleich nur knapp. So blieb es Walton vorbehalten, mit dem stark abseitsverdächtigen 4:2 gegen die aufgerückte FCC-Deckung die Partie zu entscheiden (87.). FCC-Trainer Müller richtete den Blick schon wieder nach vorn: "Ich denke, wir werden aus der sehr ärgerlichen Niederlage die richtigen Lehren ziehen." Am Samstag um 16 Uhr steht das Derby gegen Sylvia Ebersdorf an.

FT Schweinfurt: Mai, Mock, Reuß (64. Kheder), F. Reith (71. Rinbergas), Öztürk, Heinze, Walton (90. Werner), A. Reith (81. Aydin), Kraus, Popp, Hölderle / FC Coburg: Churilov, Heinze, Civelek, Baur, Mc Cullough (58. Sam), König, Alles, Weinreich (81. Strobel), Sener, A. Guhling (46. Hartmann), Dilauro / Tore: 0:1 Marcel Hölderle (16., Eigentor), 1:1 Dominik Popp (28., Elfmeter), 2:1 Niklas Reuß (37.), 3:1 Dominik Popp (39.), 3:2 Aykut Civelek (45.+1, Elfmeter), 4:2 Tyrell Walton (87.) / Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Davide Dilauro (52.) / SR: Emmert / Zuschauer: 150 hg