Das Sicherheitskonzept für das Lichtenfelser Schützenfest steht. Am Donnerstag gaben die Verantwortlichen dem 23-seitigen Papier noch den letzten Schliff. Vor den Hintergrund der Terroranschläge der letzten Monate hatten sich Johannes Zeis und Angelika Seidel vom Ordnungsamt, Brandschutzbeauftragter Uwe Reinhardt, Polizeirat Alexander Rothenbücher und Schützenmeister Erwin Kalb Gedanken gemacht, wie man einer Bedrohung wirkungsvoll begegnen könne.
Das Personal des Sicherheitsdienstes wurde bereits im vergangen Jahr drastisch erhöht, stellte Erwin Kalb fest. Die Mitarbeiter seien angewiesen, Kontrollen durchzuführen und "verbotene" Sachen zu beschlagnahmen, zum Beispiel Alkohol oder gefährliche Gegenstände.


Keine Rucksäcke mitnehmen

Alexander Rothenbücher machte deutlich, dass auch zugelassene Waffen wie Schreckschusspistolen oder Messer dazugehörten. Angelika Seidel appellierte an die Besucher: "Lassen Sie Rucksäcke und große Taschen zuhause." Neu im Konzept sind mit großen Bannern ausgewiesene Fluchtwege, erläuterte Johannes Zeis. Dies seien die beiden Hauptwege und entlang der Gebäude des Schützenhauses. Pfeile wiesen auf den Haupteingang an der Coburger Straße oder den rückseitigen Eingang am Schützenhaus hin. "Den Anweisungen des Sicherheitsdienstes und der Polizei muss unbedingt Folge geleistet werden", unterstrich der Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels. Die Polizei wird in diesem Jahr auch Fußstreifen einsetzen, die nicht nur auf dem Festplatz, sondern auch im Umfeld verdächtige Personen kontrollieren, machte Rothenbücher deutlich.
Ein großes Sicherheitsrisiko seien zugeparkte Straßen zum Festplatz. "Es wird abgeschleppt", kündigte Reinhardt an. Absolutes Halteverbot gelte in der Schützenstraße, vor dem Haupteingang und der Straße Am Damm. Den Besuchern stünden der große Hartplatz des FC Lichtenfels und die Parkhäuser zur Verfügung. Erwin Kalb bezeichnete den Schützenfest-Express als wichtigen Sicherheitsfaktor. Er verhindere, dass von betrunkenen Autofahrern eine Gefahr ausgehe. Auch dem Jugendschutz werde man in Bezug auf Alkoholmissbrauch gerecht. Die Wirte seien angewiesen, Ausweiskontrollen durchzuführen. Ein Bierkrugpfand in Höhe von zwei Euro werde wieder erhoben. Bürgermeister Andreas Hügerich erinnerte daran, dass bereits beim Korbmarkt alle Möglichkeiten einer Gefährdung durchdacht wurden. Wichtig sei, dass die Blaulichtorganisationen schnell und ohne Behinderung vorgehen können. "Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, damit es ein friedliches Fest wird", versicherte er.