Heßdorf — Das inzwischen fertiggestellte und bezogene Mehrfamilienhaus von Anni und Johann Gumbrecht an der Erlanger Straße, sorgte für Unmut und eine lebhafte Diskussion im Heßdorfer Gemeinderat. Im Juli 2011 hatte das Landratsamt sechs Carports und zwölf Stellplätze bauaufsichtlich genehmigt. Seitens des Bauherrn wurde die Zahl der Stellplätze auf 25 erhöht, die von zwei Zufahrten angefahren werden und die ursprünglich geplanten Carports entfielen.
Tatsächlich wurden nun zwölf Fertiggaragen und zwölf Stellplätze errichtet, wobei es für die Garagen bislang keine baurechtliche Genehmigung gibt. Nun stellte das Landratsamt fest, dass die planabweichend errichteten Garagen teilweise baurechtlich unzulässig seien. So liegt die nördliche Garagenzeile außerhalb der Baugrenze und bei der Grenzbebauung wird die zulässige Länge von neun Meter überschritten, dafür liegt allerdings auch eine Erklärung zur Abstandsflächenübernahme vor.

Mieter wollten keine Carports

"Die vorderen Garagen genehmigt das Landratsamt entgegen dem Gemeinderat, und den hinteren sollen wir jetzt zustimmen", polterte Stefan Stiegler (SPD). Von der Gemeinde verlangt nun das Landratsamt für die Garagen außerhalb der Baugrenzen eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Der Bauherr, dem in der Sitzung Rederecht eingeräumt wurde, begründete die Garagen damit, dass die Mieter Garagen anstelle von Carports wollten.
Die Angelegenheit, die schon mehrmals im Gemeinderat diskutiert wurde, brachte dann einige Gemeinderäte in Rage. "Ich muss mich über das Landratsamt schon sehr wundern, der Gemeinderat lehnte ab, dann wurde trotzdem gebaut und nun sollen wir zustimmen", ärgerte sich Stiegler. Wenn das Landratsamt abgelehnte Bauten im Nachhinein genehmigt, dann können wir künftig alle Bauanträge durchwinken und die Bauwilligen sollen sich mit dem Landratsamt streiten, schob Stiegler verärgert hinterher.
Auch Stefan Martin (CSU) fand an der Vorgehensweise kein Gefallen, "da stimme die Reihenfolge nicht, anders bauen als geplant und genehmigt, das öffnet den künftigen Bauwilligen Tür und Tor." Axel Gotthardt (FW) wies noch darauf hin, dass der Gemeinderat auch die Zufahrt über die Erlanger Straße abgelehnt habe.
Bürgermeister Horst Rehder (BB) hielt aber dafür dem Bauherrn zugute, dass erheblich mehr Stellplätze als erforderlich errichtet wurden. Bei der Abstimmung lehnten schließlich neun Gemeinderäte die Befreiung ab und sieben stimmten dafür. Sae