"Wir können der Bahn nicht trauen, wir müssen selbst herausfinden, was das Beste für Bamberg ist." Zu dieser Überzeugung ist zum wiederholten Male die GAL-Stadtratsfraktion gelangt - "leider", wie Peter Gack in seinem jüngsten Antrag betont. Er fordert darin, dass die Stadt ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gibt, um für Bamberg die bestmögliche Trassen- und Ausbau-Variante zu finden.
Gack verhehlt seine Enttäuschung über die "unverlässliche" Zusammenarbeit mit dem Unternehmen DB nicht und macht dies an drei Punkten fest. Die DB halte beispielsweise nach wie vor an exorbitanten Prognosen für den Güterverkehr fest, obwohl inzwischen bereits zwei Gutachten das Gegenteil nachweisen und ein Aus- und Neubau aus dieser Sicht gar nicht nötig wäre.
Gack glaubt auch zu wissen, warum die Bahn auf ihrem unrealistischen Standpunkt beharrt: "Es geht schlichtweg ums Geld. Wenn die DB Gelder vom Bund über den Bundesverkehrswegeplan bekommen will, dann muss sie einen hohen Bedarf vorweisen, hier macht sie das, indem sie einfach sehr hohe zu erwartende Güterverkehrszahlen behauptet.§
Weiteren Anlass zu Misstrauen sieht Gack im Konflikt um den Schallschutz. Vonseiten der Bahn will man Richtlinien anwenden, wie sie beim ersten Planfeststellungsverfahren galten, die also heute 30 Jahre alt sind. "Und die vor allem inzwischen gar nicht mehr gelten", betont Gack. "Heute gibt es eine neue Richtlinie Schall 03 (neu), die höhere Schutzstandards für die Anwohnenden festlegt und auch innovative Methoden zulässt." Die Stadt Bamberg verlangt deshalb eine Anwendung der neuen Richtlinie und sollte dies auch gerichtlich durchsetzen, so die GAL.
Ärgerlich finden die Grünen-Stadträtinnen und -Stadträte auch, dass die Bahn, kaum dass sich die Stadt Bamberg mehrheitlich gegen eine eingehauste Güterzug-Ostumfahrung und für eine Tunnellösung ausgesprochen hat, plötzlich mit der Vorgabe kommt, dass beim Tunnelbau ein aufwendiges Verbindungsbauwerk für Züge in Richtung Würzburg notwendig wäre - entweder ober- oder unterirdisch. red