Ein eskalierender Streit mit der Familie, ein schwerer Schicksalsschlag - Krisensituationen, in denen Heranwachsende und junge Erwachsene kurzfristig Halt und Stabilität benötigen. In solchen akuten Notsituationen bieten Kurzzeit-Notunterkünfte für junge Erwachsene eine schnelle und unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit.
Doch in Bamberg fehlt es aktuell an solch einer niedrigschwelligen Anlaufstelle, wie GAL-Stadtrat Tobias Rausch im Gespräch mit Bamberger Streetworkern feststellte. "In problematischen Lebenslagen bieten Notunterkünfte nicht nur die dringend benötigte Übergangslösung, sondern helfen auch dabei, die Unterstützungsbedarfe der Jugendlichen zu ermitteln, Kontakt zu ihnen aufzubauen, ihnen Erstberatung zu geben und in weiterführende Hilfeangebote zu vermitteln", so Rausch in der GAL-Mitteilung. Oft werde durch solche Kurzzeitaufenthalte der Anstoß zur Auseinandersetzung mit realistischen Lebensperspektiven gegeben. In einem Antrag der GAL wird die Stadtverwaltung dazu aufgefordert, eine Einschätzung über den vorhandenen Bedarf einzuholen und dem Jugendhilfeausschuss weiterführende Handlungsvorschläge vorzulegen.
Ein Blick nach Nürnberg zeige indes, wie eine solche unbürokratische Schlafstelle gestaltet werden könne. Das Sleep-In ist eine Kurzzeit-Notunterkunft für junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren. In der Einrichtung werden neben der Sicherung der Grundbedürfnisse auch Beratung und Unterstützung zur Auseinandersetzung mit ihrer Situation durch Pädagogen angeboten. red