von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Vom großen Abschied war beim Unheilig-Konzert in der Brose-Arena erst einmal nicht allzu viel zu spüren. Auch der Graf nahm mit keinem Wort darauf Bezug, dass er in Bälde seinen Abschied von der Bühne nehmen wird. Er gab sich vielmehr wie seit jeher eher schweigsam. Nur einmal ließ sich der Star während der Show auf einen Smalltalk mit einem achtjährigen Jungen ein, der in der ersten Reihe das Konzert verfolgte. Ansonsten fragte er lediglich mehrmals am Abend, ob sein Publikum "noch könne" oder forderte es zum Mitsingen auf.
Die restliche Zeit tat er viel lieber das, weswegen seine Fans gekommen waren: Der Graf sang und rockte die Halle. Ganze 15 Lieder und drei Zugaben hatte er zu seiner Gipfelstürmer-Tournee nach Bamberg mitgebracht. Darunter altbekannte Hits wie "Große Freiheit", aber auch neuere aus seinem aktuellen Album wie "Mein Berg". Das Repertoire reichte ferner von gefühlvollen Balladen wie "Unter deiner Flagge" bis hin zu rockigen Nummern wie "Hinunter bis auf Eins".

Beste Stimmung

Natürlich fehlte auch nicht der Klassiker "Geboren um zu leben", der den Grafen und seine Band Unheilig der großen Masse bekannt machte und ihn aus der einstigen "schwarzen Szene" an die Spitze der Charts katapultierte. Denn vor seinem Studioalbum "Große Freiheit" mit dem Tophit "Geboren um zu leben" hatte die Band Unheilig bereits sechs Alben auf dem Markt und tourte seit über zehn Jahren als Szeneband durch Deutschland. Rund 7500 Fans begaben sich in der restlos ausverkauften Brose-Arena gemeinsam mit Unheilig auf "Gipfelsturm". Satte eineinhalb Stunden dauerte diese musikalische "Reise". Die Stimmung in der Halle war trotz saunaartiger Temperaturen ausgelassen.
Der Funke der Begeisterung sprang schnell über - bereits nach den ersten Songs klatschte und sang das Publikum eifrig mit. Besonders die gemeinsamen Lieder mit Unheilig und seinem aus 7500 Sänger bestehenden "Bamberger Chor" sorgten mehr als einmal für Gänsehautstimmung in der Arena.

Dann wurde es sentimental

Und gegen Ende des Konzertes wurde es noch einmal richtig sentimental, als der Graf sich für das tolle Publikum und dessen Heiterkeit bedankte und als letzte Zugabe mit einer Fahne winkend seinen Hit "Zeit zu gehen" zum Besten gab.
Das Konzert war jedoch noch nicht das endgültige Ende. So wird Unheilig noch eine Sommer-Open-Air-Tour geben, ehe er dann gegen Herbst des Jahres endgültig auf Abschiedstournee gehen will. Bleibt nur zur hoffen, dass er vielleicht die Scorpions oder die Rolling Stones zum Vorbild hat und seine Abschiedstournee ähnlich wie bei den beiden Urgestein-Bands noch viele, viele Jahre dauern wird.