Tradition hat das alljährliche Adventskonzert in der Pfarrkirche Sankt Kilian. Was dabei alle Jahre dargeboten wird, ist beachtenswert. Am Vorabend des vierten Adventssonntags beeindruckte der Gesangverein Roth die zahlreichen Zuhörer.

Die Sänger gestalteten eine besinnlichen Stunde als Einstimmung auf das Weihnachtsfest, wie man sie nicht oft erlebt. Schon die Atmosphäre brachte die Besucher in eine schöne Adventsstimmung. Der Gesangverein Roth unter der Leitung von Brigitte Wolf verzauberte mit Adventsliedern - auch solchen, die fast schon Weihnachtslieder sind - die Besucher. Außerdem wurden besinnliche Texte und Gedichte von Martina Musmann-Jäger und Brigitte Wolf vorgetragen, die von einem Weihnachtsfest ohne Stress träumen ließen.

Wunsch nach einer besseren Welt

Mit den vorgetragenen Liedern hatten die 18 Sängerinnen und Sänger voll ins Schwarze getroffen. Zu Beginn wurde mit "Ein Licht für den Frieden" der Wunsch nach einer besseren Welt vertieft. Ein erwärmender Text führte weiter mit dem Chorsatz "Menschen tragen Licht ins Dunkel", zu dem Kerzenlichter in die Bänke gestellt wurden. In dem von ruhigen Tönen getragenen Lied wurde mit einem Crescendo, das sich zu einem fulminanten Klang ausweitete, die Sehnsucht nach einem Brechen der Dunkelheit vermittelt.

Nach "Lieber Gott, lass uns Zeit" folgte von Manfred Bühler "Das schönste Geschenk" sowie "Bald ist Weihnachtstag" von Michael Schmoll.

Bassstimme und Melodienbögen

"Die stillste Zeit" besang der Rother Chor im Anschluss. Getragen von schön tönenden Bassstimmen wurde das Lied in schöne Melodienbögen eingebettet. Etwas weihnachtlicher ging es bei "Ihr Hirten erwacht" zu, bei dem der Chor sein schönes Klangvolumen zur Geltung brachte.

Schon bei diesem Mittelteil des Konzertes wurde dem Musikliebhaber klar, dass der Chor schlichte und teils einfache Tongebungen wunderbar umzusetzen versteht. Hier hatte die Chorleiterin hervorragende Arbeit mit den Sängern geleistet.

Musikalische Herbergssuche

Brigitte Wolf, Ernst Mahr, Georg Helm, Georg Beuschel und Stefan Mahr trugen die "Herbergssuche" von August Hartmann (1846-1917) mit der Melodie nach H. Abele vor. Hierbei machten sich Brigitte Wolf (als Maria) und Ernst Mahr (als Josef) musikalisch auf Herbergssuche. Der Text lässt sich auf die Publikation von August Hartmann zurückverfolgen, der diesen in "Weihnachtslied und Weihnachtsspiel in Oberbayern" 1875 in München herausgab. Das Lied beschrieb das fehlende Mitgefühl mit anderen.

Auch große Chormusik beherrschen die Rother Sängerinnen und Sänger. Eines der bekanntesten Adventslieder ist sicherlich "Maria durch ein Dornwald ging". Mit angemessenem Tempo und einem fulminanten Mittelteil bis zu einem leise verklingenden Abschluss sorgten die 18 Stimmen für einen Höhepunkt. Auch mit dem Chorsatz "Licht in der Nacht" unterstrichen die Chormitglieder ihr Können.

Den Südtiroler Andachtsjodler, der in diesem Chorsatz behutsam eingearbeitet wurde, brachten die Rother in einer sehr guten Intonation zum Klingen und erzeugten so beim Publikum Gänsehaut.

Etwas moderner ging es bei diesem Chor auch. Das Lied vom "Kleinen Trommlerjungen" meisterten die Sänger rhythmisch sehr gut. Auch ausländische Folklore beherrschten die Rother: Beim chilenischen Lied "Senora Dona Maria" war die solistische Einleitung durch Chorleiterin Brigitte Wolf wie der ganze Chorsatz ein Klangerlebnis.

Lied in fränkischer Mundart

Einen echten Bezug zur Christrose hatte die Vertonung des Weihnachtslieds "Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit" von Robert Stolz (1880-1975). Eine gewisse Lockerheit bot zum Schluss das in fränkischer Mundart dargebrachtes Lied: "Etz is nümmer weit", womit der Chor wieder in Franken angekommen war.

Georg Beuschel, Vorsitzender des Gesangvereins Roth, dankte Stadtpfarrer Georg Birkel, der das schöne Konzert ermöglicht hatten. Dafür gab es einen lang anhaltenden Applaus des Publikums.