Christoph Böger

Die Bogenschützin Charline Schwarz (20) aus Nürnberg holte die einzige fränkische Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio. Bronze mit dem Team: Für Gold reichte es nicht, Rang 3 kann sich aber sehen lassen. Im kleinen Finale setzte sich das Trio mit der 20-jährigen Fränkin, Lisa Unruh (Berlin) und Michelle Kroppen (Jena) gegen Belarus mit 5:1 durch.

Für die Coburger Starter gab es kein Edelmetal in Japan, dafür aber jede Menge Erfahrungen. Ein kurzer Rückblick.

Kevin Krawietz

Zu gerne wäre Kevin Krawietz einen Tag länger in Tokio geblieben, doch die strengen Regularien brachten den Tennisprofi aus Coburg um ein olympisches Highlight. Saß er nämlich am Vortag noch beim packenden Halbfinale seines Teampartners Alexander Zverev im Stadion und pushte den späteren Olympiasieger von der Tribüne aus zum Sensationssieg gegen den Weltranglisten-Ersten Nowak Djokovic, durfte er beim Finale nicht mehr dabei sein. 48 Stunden nach Beendigung des eigenen Wettkampfes mussten alle Sportler die Stadt verlassen haben - Pech für KK.

Doch Krawietz war sich schon im Vorfeld sicher, dass Zverev "Gold für uns" holt. Die letzte Nacht vor Zverevs Sieg verbrachte der 29-Jährige aus Witzmannsberg (Gemeinde Ahorn/Landkreis Coburg) alleine mit Deutschlands Nummer Eins in der eingangs noch sechsköpfigen Männer-WG im olympischen Dorf. Mit seiner eigenen Bilanz war der zweifache French-Open-Sieger zwar nicht ganz zufrieden - er schied sowohl im Herren-Doppel an der Seite von Tim Pütz, als auch im Mixed-Wettbewerb mit Laura Siegemund vorzeitig aus - doch die Tage von Tokio will er nach eigenen Worten auf gar keinen Fall missen: "Die olympischen Spiele waren ein unvergessliches Erlebnis für mich."

Cedric Teuchert

Olympisches Flair kam bei Cedric Teuchert nur ganz selten auf. Ganz sicher, als er sich am Rande der Eröffnungsfeier mit dem weltbesten Basketballer Luka Doncic zum Erinnerungsschnappschuss aufstellte. Aber mit dem "Knipsen" war das so eine Sache in Yokohama. Der Coburger durfte nämlich nur in einem der drei DFB-Spielen von Beginn an ran. Beim 3:2-Zittersieg gegen Saudi-Arabien legte er das 1:0 auf. Ansonsten "tote Hose". Der Wahl-Berliner kam nie richtig rein in dieses Turnier. Das galt für die gesamte deutsche Mannschaft. Der Auftritt war ernüchternd. Die Rumpftruppe von Trainer Stefan Kuntz enttäuschte. Sicher auch deshalb, weil die meisten Bundesligisten auf Olympia pfiffen. Statt 22 möglichen Kickern wurden lediglich 18 nominiert - darunter drei Torleute.

Im entscheidenden Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste wechselte der frustrierte Trainer Innenverteidiger Keven Schlotterbeck für den Sturm ein, und der Frankfurter Ragnar Ache blieb trotz Krämpfen drin. Mit einem Tor in der Schlussphase hätte Teuchert trotzdem Olympia-Geschichte geschrieben, denn ein 2:1-Siegtreffer hätte fürs Weiterkommen gereicht. So aber schied er mit dem allerletzten Aufgebot, weil den Vereinen das olympische Turnier nichts bedeutete, sang- und klanglos aus. Der ehemalige Coburger Jugendspieler flog frustriert mit seinem Teamkollegen von Union Berlin, Max Kruse, zurück. Zumindest der hatte mit seinem öffentlichen Heiratsantrag für ein Highlight aus DFB-Sicht gesorgt.