von unserem Mitarbeiter Klaus gagel

Marktgraitz — Es war wohl eine der kürzesten Sitzungen des Gemeinderats aller Zeiten, als sich am Montagabend die Räte im Sitzungssaal des Rathauses gegenübersaßen. Einziger Tagesordnungspunkt war neben der Genehmigung des Protokolls und einiger Bekanntmachungen der Bauantrag von Susanne und Helk Neubeck.
Das Ehepaar plant den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Anbau und Garage An der Leite 6. Seitens der Lage im Bebauungsplan und der Nachbarn gab es gegen den Antrag keine Einwände. Allerdings liegt der Fußboden mit 1,65 Meter recht hoch über der Straßenoberkante. Der Bebauungsplan sieht hier maximal 20 Zentimeter für die Oberkante des Fertigfußbodens vor. Als Begründung für die erforderliche Befreiung wurden die starke Hangneigung des Grundstücks und dessen Lage in einer Kurve angeführt. Dadurch ergibt sich diese Sockelhöhe zur nächstgelegenen Straßenoberkante. Aus planerischer und technischer Hinsicht sei eine tiefere Höhenanordnung des Hauses nicht möglich, hieß es dazu. Das Haus fügt sich trotzdem in die umgebende Bebauung ein und Nachbarinteressen werden nicht verletzt. Stirnrunzeln über diese Ausführungen gab es nicht nur bei den Räten, sondern auch bei Bürgermeister Jochen Partheymüller (BB). Auch eine Analyse des vorliegenden Bauplans konnte die Höhendifferenz nicht eindeutig klären.

Planungsfehler möglich

Hinsichtlich der Messpunkte konnte man nur Vermutungen anstellen. Partheymüller schloss sogar einen Planungsfehler nicht aus. Letztlich wurde das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt, jedoch soll beim Abstecken ein Mitglied der Bauverwaltung anwesend sein, um notfalls korrigierend einzugreifen.
Stellvertretender Bürgermeister Georg Bülling (CSU) bat den Architekten Norbert Schaller um einen Bericht zum Stand der Arbeiten am Kindergarten. "Wir liegen im Kostenrahmen und halten uns an den Zeitrahmen", sagte Schaller. Diese Woche werden die Fenster eingebaut, es folgen Innen- und Außenputz, damit das Gerüst entfernt werden kann. Nach Einbringung des Estrichs muss man vier Wochen Zeit zum Austrocknen einplanen. Es folgen die Maler- und Fliesenlegerarbeiten, so dass man gegen Ende August mit der Fertigstellung rechnen kann.