Von Steinbach am Wald in das ehemalige Mitteldeutsche Braunkohlerevier lautete das Ziel der diesjährigen Vereinsfahrt der Fun-Biker Steinbach. Die zwanzig Teilnehmer jeder Altersschicht verbrachten - ganz nach den Regeln der sächsischen Corona-Hygienevorschriften - ein verlängertes Fahrradwochenende im südlich von Leipzig gelegenen Neuseenland.

"Vom Tagebauwerk zu einem Naherholungsgebiet. Viele Tagebaulöcher verwandeln sich um Leipzig in Seen und die Lebensqualität und der Freizeitwert verbessern sich mit jedem Jahr", lautete der Werbeslogan der Fun-Biker für seine Mitglieder. Viele Bootshäfen, Ferienwohnungen und Sportmöglichkeiten, Strände und Stege laden zum Verweilen ein. Ein zum Teil sehr gut erschlossenes Radwegenetz, vor allem um die weitläufigen Seen, rundeten das Aktivprogramm ab.

Zwei Tage und 192 Kilometer

Der erste Tag startete für die sportlich ambitionierten Biker bereits vor der Haustür: über Leutenberg, Kaulsdorf, die Uhlstädter Heide weiter nach Orlamünde der Saale entlang bis zum Tagesziel nach Jena.

Der zweite Tag führte die Vorhut zum Warm-up auf eines der sieben Wunder von Jena: auf den höchsten Aussichtspunkt, den Jenzig. Die Trittfrequenz wurde nach dem Downhill talwärts der Saale bis nach Golmsdorf wieder auf Stand gebracht, bevor die nächsten Höhenmeter nach Tautenburg bereits warteten. Bis nach Osterfeld ging es hügelig und über flüssige Trails weiter, bevor es entspannter auf die letzten Kilometer bis zum Aufenthaltsort nach Threna in den Kastanienhof hinrollte. Für die Statistik der Zweitagestour konnte die fünfköpfige Gruppe 192 Kilometer, 2210 Höhenmeter bei durchschnittlichen 19,5 Stundenkilometern in ihre Jahresbücher eintragen.

Die 15-köpfige Nachhut startete mit Kleinbussen und Pkw nach Leipzig, um nach dem Check-in die nähere Umgebung mit einer kleinen Runde zu erkunden.

Der dritte Tag hatte alles zu bieten, was man sich unter ehemaligen Braunkohlerevieren vorstellte. Die traumhaften äußeren Bedingungen ließen die Bikerherzen bei der über 80 Kilometer langen Tagestour höher schlagen. Erster Höhepunkt war das Erreichen des Ufers am Störmthaler See. Über Zwenkau passierte man das Kraftwerk Lippendorf, das Leipzig mit Fernwärme aus Braunkohle noch bis 2022 versorgt.

Das südliche Ufer des "Hainer Sees" war der nächste Wegpunkt, bevor es über Thierbach auf die bis zu 66 Meter hohe Halde Trages ging. Trages - eine künstliche Abraumhalde, die seit 1938 aus den Abraummassen des Braunkohletagebaus Espenhain aufgeschüttet wurde - bot einen herrlichen Ausblick über die gesamte Region bis hinein in das Erzgebirge. Schwindelfrei mussten die Fun-Biker schon sein, um den 33 Meter hohen Aussichtsturm zu erklimmen.

Vom Fahrrad aufs Wasser

Die familienfreundliche Tour am vierten Tag bei sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein stand ganz im Zeichen, die junge Wassersportregion näher kennenzulernen. Nach einer acht Kilometer langen Einrollphase erreichten die Biker den ersten von fünf avisierten Seen. Nach dem Störmthaler See folgte das Nordufer des Markkleeberger Sees bevor der Cospudener See fast komplett umradelt wurde. Der Zwenkauer See mit seinem Hafen und seiner See-Bebauung war sehenswert. Modern und auch sehr elitär. Nach dem Flugplatz Böhlen und dem Stausee Rötha erreichten die Steinbacher zum Wassersportvergnügen abschließend wieder den Störmthaler See.

Eine Handvoll Biker wechselte vom Bike auf das Stand-Up-Paddle. Hier waren nochmals Koordination, Gleichgewicht, Ausdauer und Kraft gefragt. Das Taktieren, wer von wem zuerst in das kühle Nass befördert wird, erfreute die Zuschauer am Ufer sichtlich.

Alle Teilnehmer - von der Jüngsten, der 16-jährigen Lisa Wiegand, bis zur 72-jährigen Brigitte Müller - bewältigten die 72 Kilometer und 450 Höhenmeter unfallfrei, mit viel Freude und Elan.

Am letzten Tag wurde der Bergbau-Technik-Park als Gruppe besichtigt. Kernstück der Ausstellung sind zwei Großgeräte aus dem ehemaligen Großtagebau Espenhain: der Schaufelradbagger und ein Bandabwurfgerät.

Anschließend und pünktlich nach Beendigung aller Outdoor-Freizeitaktivitäten der vergan-genen fünf Tage setzte Starkregen bei der Heimreise ein. Die starke Gruppe der Fun-Biker war sich einig, dass dieser Ausflug für alle Dabeigewesenen ein voller Erfolg war und dass das mit viel Harmonie und Hilfsbereitschaft geprägte Unternehmen "Fun-Biker on Tour" im nächsten Jahr genauso vielversprechend sein wird. red