Als zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft nimmt die I. Chirurgische Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Regiomed-Klinikum Coburg seit mehreren Jahren eine besondere Rolle in der Behandlung von Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse ein. Aufgrund der schweren Erreichbarkeit des Organs erfordern Operationen der Bauchspeicheldrüse ein hohes Maß an Expertise und werden deutschlandweit nur in wenigen spezialisierten Kliniken durchgeführt.
Chefarzt Prof. Dr. med. Bernhard J. Leibl ist erfahrener Pankreas-Operateur und zertifizierter Spezialist für minimal-invasive Chirurgie (Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Minimal-Invasive Chirurgie (Camic) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie). Unter seiner Regie wird mit der laparoskopischen Chirurgie eine besonders schonende Operationstechnik am Regiomed-Klinikum Coburg praktiziert - sofern es die individuellen Umstände des Patienten zulassen.
Diese sogenannte Selektion erfolgt durch eine genaue Evaluation des Befundes inklusive Computertomographie. Eine laparoskopische Operation durchführen zu können, erfordert jahrelange Übung und viel Fingerspitzengefühl - Qualifikationen, welche die I. Chirurgische Klinik als Zentrum mit spezieller Erfahrung in der Pankreaskarzinom-Therapie und der laparoskopischen Chirurgie vorweisen kann. Unterstützt wird die Operation dabei durch 3-D-Technik. "Das kann man sich als Laie in etwa wie einen 3-D-Film im Kino vorstellen - nur sehr viel genauer", veranschaulicht Prof. Leibl das Vorgehen.
Über kleine Hautschnitte werden mehrere Hülsen, sogenannte "Trokare", in die Bauchhöhle eingeführt. Durch diese Trokare werden das Laparoskop sowie die Operationsinstrumente bedient. Entscheidende Vorteile der laparoskopischen OP: Es bleiben nur kleine Narben zurück, der Patient hat postoperativ wesentlich weniger Schmerzen, die Heilung verläuft schneller und es kommt kaum zu Verwachsungen.
Vor kurzem konnten Prof. Leibl und Oberarzt MUDr. Vladimir Hernández Martínez mit dieser Methode erstmalig während nur eines Eingriffs ein Magenkarzinom sowie einen Tumor am Pankreasschwanz laparoskopisch entfernen. Der beinahe 80-jährige Patient überstand die Operation ohne Nebenwirkungen und ist inzwischen vollständig genesen. "Wir sind froh, dass wir durch die laparoskopische Operationsmethode auch solchen Patienten helfen können, die aufgrund des Alters oder anderer Umstände eine konventionelle Operation möglicherweise nicht überstehen würden", so Chefarzt Prof. Leibl. "Gerade aufgrund der schnellen Genesung, der deutlich geringeren Schmerzen und der sehr kleinen Narben ist diese Art der Operation für den Patienten sehr viel angenehmer."