von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Ebern — Die "verlorene Grotte" nennt sie Werner Eichler. Der 77-jährige Eberner erinnert sich: Er wusste von einer Mariengrotte auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehrkaserne. Wo genau sie sein sollte, davon hatte er keine Ahnung. Nach einer Veranstaltung auf dem nunmehr anderweitig genutzten Kasernengelände im Jahr 2009 machte er sich auf die Suche und wurde fündig.


Abseits des Hauptweges

Auf einer etwas abseits des Hauptweges gelegenen Anhöhe kurz hinter dem Waldrand entdeckte er sie, beziehungsweise das, noch davon übrig war. "Umgestürzte Bäume lagen darauf, auch war sie von Büschen eingewachsen", beschreibt es Eichler. "Das vordere Gitter war total verrostet, das Gesicht und das Gewand der Maria aus Gips völlig unkenntlich."
Das sollte so nicht bleiben, beschloss der Rentner. Zusammen mit seiner Frau Irmgard machte er sich daran, die Grotte wieder herzurichten. Die beiden entfernten jede Menge Geäst und Pflanzenwuchs. Eine neue Lourdes-Maria (die Grotte ist nach dem Vorbild des französischen Wallfahrtortes Lourdes geschaffen) wurde organisiert und Werner Eichler machte sich daran, gemeinsam mit Michael Kaffer eine Steinbank vor der Statute aufzustellen.
Nach mehreren Jahrzehnten, in denen kaum einer zu der Grotte gelangte, weil sie sich seit 1972 im Sperrgebiet der damaligen Balthasar-Neumann-Kaserne befand, ist sie heute wieder ein für die Bevölkerung zugänglicher Ort. Der Käppelesverein Ebern, bei dem die Eichlers Mitglied sind, unterstützt die Pflege und den Unterhalt der Grotte, die 2012 von Stadtpfarrer Rudolf Theiler gesegnet worden war.


Glückliche Heimkehr

Der Beginn der Geschichte dieser Marienverehrung in Ebern geht zurück auf die Jahre 1928/29, als der Bürger Josef Schraud zusammen mit seinem Sohn Otto die Grotte errichtete. Überliefert ist, dass Josef Schraud bei Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg die Vision hatte, eine solche Grotte in seiner Heimat zu bauen. Sie soll heute nach Angaben des Käppelesvereins sinnbildlich für eine glückliche Heimkehr stehen, aber auch "ein Hort des Friedens, der Versöhnung und der christlichen Meditation im Garten Gottes " sein.