Frankfurt — Am Langener Waldsee, zwölf Kilometer vor den Toren Frankfurts, ist der Startschuss zur Ironman-Europa-Meisterschaft gefallen. Vor den Athleten lag einer der längsten Tage des Jahres mit dem Dreikampf bestehend aus 3,9 km Schwimmen in der besagten Kiesgrube, einem 180 km Einzelzeitfahren durch die südliche Wetterau und einem Marathon zu beiden Seiten des Mains. Neben knapp 3000 Altersklassen-Sportlern war auch ein kleines, aber hochklassiges Profifeld am Start. Erfolgreich mischten Hannes Melzer und Andreas Sperber von der IfA Nonstop Bamberg mit: Sie qualifizierten sich in ihren Altersklassen für die WM auf Hawaii.
Beide zeigten beim Schwimmen ordentliche Leistungen. Melzer hatte nach 0:57:47 Std. und Sperber nach 0:58:16 Std. wieder festen Boden unter den Füßen. Nun gelangte man über eine steile Sandrampe hinauf zur Wechselzone 1, wo man seine "Badesachen" ablegen musste und sich fürs Radfahren bereitmachen konnte.
Gefahren wurde durch die nördliche Region von Frankfurt bis Friedberg. Der Rundkurs mit insgesamt rund 1000 Höhenmetern mit Anstiegen wie "The Beast", "The Hell", dem Hühnerberg oder dem Puplikumsmagneten "Heartbreak Hill" musste zweimal durchfahren werden, bevor die Athleten ihre Rennmaschinen im Herzen von Frankfurt am Mainkai, einem der vielen tausenden Helfern, übergeben konnten.
Umgeben von den vielen Profis ging Melzer hoch motiviert ans Werk. Er folgte seinem gutem Gefühl und entschied sich zu einem Ritt auf der Rasierklinge, anstatt seinen Pulswerten zu vertrauen. Mit erhöhter Energieaufnahme meisterte er aber auch dies und beendete nach 4:44:17 Std. seine zweite Disziplin. Dies war mit einem Schnitt von 38 km/h die 30.-schnellste Radzeit an diesem Tag. Sperber hingegen hielt sich genau an die im Vorfeld gesteckten Vorgaben wie Puls-, Wattwerte und Nahrungsaufnahme. Ohne ein großes Risiko einzugehen, konnte er mit einem Schnitt von über 37 km/h nach 4:51:42 Std. seine Laufschuhe schnüren.
Zum abschließenden Marathon zeigte der Wettergott sein wahres Können: wolkenloser Himmel und schwüle Temperaturen über 30 Grad, die ohne Fahrtwind doppelt so heiß wirkten. Beim Laufen musste ein Rundkurs mit 10,5 km viermal durchlaufen werden. Mit einer Laufzeit von 3:10:55 Std. beendete Melzer als Vierter der Altersklasse 30-34 sein Rennen. Dies bedeutete mit einer Gesamtzeit von 8:59:00 Std. den 32. Platz in der Gesamtwertung.
Während sich Melzer schon im Zielbereich erholte, hatte Sperber noch gute fünf Kilometer zu laufen. Mit viel Respekt und hochkonzentriert lief er den Marathon aber dennoch in 3:15:21 Std., eine Viertelstunde langsamer als geplant, nach Hause. In der Endabrechnung bedeutete dies in 9:11:06 Std. den 62. Platz in der Gesamtwertung und Platz 8 in der Alterklasse bis 34 Jahre.
Nach 3,9 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen erhielten die beiden Bamberger Starter am nächsten Tag bei der Siegerehrung ihr Ticket für die Weltmeisterschaften im Oktober auf Hawaii. Ihre Leistungen sind umso bemerkenswerter, da Sperber und Melzer voll berufstätig sind. red