"Ein Mensch ohne Bildung ist wie ein Spiegel ohne Politur", heißt ein altes Sprichwort. Von solch hochtrabenden, ernsten Sätzen war am bisher wohl ereignisreichsten Tag der sechsjährigen Amelie natürlich nicht die Rede. Doch wie wohl alle 61 Erstklässler, die nun an der Lichtenfelser Dr.-Roßbach-Grundschule einen neuen Lebensabschnitt antraten, war auch sie an diesem Dienstagvormittag mächtig aufgeregt.

Neugierig lugte mancher Abc-Schütze schon einmal in den Inhalt der Schultüte, die jedem von ihnen diesen besonderen Tag versüßte. Den Kleinen das Lampenfieber etwas zu nehmen, war auch Hintergrund der Darbietungen älterer Schüler im Gymnastikraum, wo die Einschulung ihren offiziellen Part erfuhr. "Bin ein Schulkind, nicht mehr klein, gehe meinen Schulweg jetzt schon allein", hießen beispielsweise die Zweitklässler die Schulneulinge herzlich willkommen, und Jungen und Mädchen der vierten Jahrgangsstufe trugen ein Gedicht vor, dessen Strophen von Sachkunde, Rechnen, Malen, Sport und all den anderen Schulfächern erzählte. "Heute ist euer großer Tag. Schön, dass ihr da seid. Es liegt eine spannende und tolle Zeit vor euch", begrüßte Rektorin Pia Löffler die Erstklässler.

Hügerichs erster Schultag

Just auf den Tag genau vor 30 Jahren wurde ein gewisser Andreas Hügerich genau hier eingeschult. Der kleine Andreas von damals ist heute Bürgermeister der Korbstadt, winkte den Neulingen fröhlich zu mit den Worten: "Ich wünsche euch tolle Momente, habt Spaß an der Verwirklichung eurer Träume." Und wie es der Zufall wollte, traf Hügerich an diesem Vormittag auch eine ehemalige Klassenkameradin, die seinerzeit mit ihm die Schulzeit begann.

Auch Landrat Christian Meißner und Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker erwiesen den Erstklässlern die Ehre. "Liebe Kinder und liebe Eltern, feiert diesen besonderen Tag, das habt ihr euch verdient", so Mayr-Leidnecker. Und dann kam der große Moment, als sich die Kinder zusammen mit ihrer Klassenleiterinnen Monika Rübensaal (1a), Carolin Hartmann (1b) und Cornelia Kassens (1c) in ihre Klassenzimmer begaben. Natürlich noch ohne Lehrstoff und in lockerer Runde stimmten die Lehrkräfte die Kinder ein, ließen sie erst einmal "ankommen". Manche blickten noch ein wenig skeptisch, aus anderen sprudelten es förmlich heraus und sie suchten das Gespräch mit dem Platznachbarn oder mit der Lehrerin. Jedes Schulkind ist eben anders, und das ist gut so. Eines aber ist allen gemeinsam - sie hatten ihren Eltern später allerhand zu erzählen von ihrem ersten Schultag an der Dr.-Roßbach-Grundschule. dell