Es ist der 24. Dezember, 17 Uhr. In der St.-Laurentius-Kirche in Buchbach steht die Christmette an. Als die Ministranten mit Pfarrer Cyriac Chittakulam in die Kirche einzogen, war zunächst alles wie immer. Aus der mächtigen Orgel erklang eine Variation des bekannten Weihnachtsliedes "Heiligste Nacht". Doch wie geht es wohl danach weiter?

Der Gesang der Gemeindemitglieder ist per Verordnung bereits seit drittem Advent untersagt. Der Chor, der seit 70 Jahren die Messen in Buchbach musikalisch mit umrahmt, darf ebenfalls nicht auftreten. Auch der Platz der Musikerinnen und Musiker der örtlichen Blaskapelle ist leer- wie einige Plätze in der sonst bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche. Zumindest ein leichter Duft von Weihrauch liegt in der Luft, als die Orgel allmählich leiser und ruhiger wird. Und schon erklingt von der großen Empore ein fünfstimmiger Frauengesang, heiligste Nacht!

Sichtlich überrascht vom Gesang der "kleinen Kantorei" auf der Orgelempore ging Pfarrer Cyriac auf die Besonderheiten des Jahres 2020 ein, die schließlich sehr schmerzlich auch in dieser Christmette zu spüren waren. Neben dem Weihnachtskyrie von Lorenz Maierhofer durfte das traditionelle Transeamus zum Gloria nicht fehlen. Aufwendig wurde die Musik dazu vom Tettauer Posaunenchor "Christ-König", der traditionell zum Dreikönigstag auch in Buchbach auftritt, unter strengen Coronaauflagen aufgenommen, digitalisiert und eingespielt. Der Gesang erfolgte vom Solisten und der Kantorei natürlich live.

Zur Ehre Gottes

Monika Barnickel, eine der Sängerinnen der kleinen Kantorei, fasst es mit ihren Worten zusammen: "Wir singen zur Freude der Menschen und zur Ehre Gottes. Es gibt kein schöneres Gefühl, als Menschen eine Freude zu machen, in Zeiten von Corona allemal." Ein weiterer Gottesdienstbesucher bringt es auf den Punkt: "Trotz des Singverbots und der äußerst schwierigen Umstände fehlte aufgrund des Ideenreichtums des Organisten und Chorleiters nichts."

Pfarrer Cyriac, sichtlich gerührt, dankte allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Erstmals in der Geschichte der Pfarrei Buchbach dankten die Gottesdienstbesucher am Ende einer Christmette mit frenetischem Applaus. Der Dank galt vor allem dem musikalischen Leiter Benjamin Baier mit seinen "Mädels". Mit der passenden Lichtstimmung wurde es mit dem von der Kantorei und Orgelbegleitung gesungenen Schlusslied "Stille Nacht" Weihnachten in Buchbach. bb