In einem Stall lesen Pfarrerin Bettina Beck und ihr Amtsbruder Heinz Geyer die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium sowie alttestamentliche Prophezeiungen für das Kommen des Herrn. In einer Krippe liegt eine aufgeschlagene Bibel. Neugierig dreinblickende Esel verfolgen das ungewohnte Geschehen. Der Stall der Familie Groß in Neuses war einer von fünf Drehorten für den gemeinsamen Video-Weihnachtsgottesdienst der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Burgkunstadt und Altenkunstadt/Strössendorf, der an Heiligabend online geht.

Ein aufwendiges Projekt, das nicht nur ein enormes Maß an Arbeit und Zeit erforderte, sondern auch jede Menge Know-how und technisches Equipment. Ohne professionelle Unterstützung hätte es nicht verwirklicht werden können. Umso dankbarer war man daher Thomas Meyer, der sich sofort bereiterklärte, die Produktion zu leiten. Der Organist und Posaunenchorleiter der Burgkunstadter Christuskirche betreibt in Lichtenfels ein Ton- und Videostudio. "Und für uns machte er das alles ehrenamtlich. Dafür sind wir besonders dankbar", freut sich Bettina Beck.

Umfangreicher Drehplan

Umfangreich war der Drehplan. Nach der Einstiegsszene im Neuseser Stall mit Eseln der Familie Lang ging es in die Strössendorfer Sankt-Katharina-Kirche, die Christuskirche in Burgkunstadt und in die Altenkunstadter Kreuzbergkirche. Die Pfarrer Heinz Geyer und Bettina Beck hielten hier kurze Predigten und sprachen Gebete, die Posaunenchöre aus Strössendorf und Burgkunstadt spielten festliche Weihnachtslieder und auch mehrere Solisten gaben Kostproben ihres Könnens.

Jede Menge technisches Equipment, darunter ein Kamerakran, Mikrofone, Scheinwerfer und Kabel, verlieh den Gotteshäusern das Flair eines Fernsehstudios. Unvergessen wird der nächtliche Außendreh im Kirchhof der Christuskirche bleiben, bei dem es um die biblische Geschichte von den Hirten auf dem Feld ging. "Was haben wir gefroren. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten wir nicht nur eiskalte Füße, auch die Akkus unserer Aufnahmegeräte machten schlapp", erinnert sich Thomas Meyer. Für den einstündigen Video-Weihnachtsgottesdienst waren insgesamt an die 30 Drehstunden erforderlich.

Denn Qualität ist für Meyer oberstes Gebot. Es wurde mit mehreren Kameras aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und jeder Szene gingen Probeläufe voraus. "Doch am aufwendigsten war das Schneiden und Nachbearbeiten des Materials. Dafür musste ich zwischen 40 und 50 Stunden einplanen", erklärt der Produzent. An Heiligabend um zwölf Uhr geht der stimmungsvolle Weihnachtsgottesdienst online. Aufgerufen werden kann er auf den Homepages der beiden Kirchengemeinden unter www.lebenszeichen-christuskirche.de und www.stroessendorf-evangelisch.de.