Die Bayerische Sportjugend (BSJ) im Bayerischen Landessportverband (BLSV) ist gut aufgestellt für die Zukunft, lautete der Tenor beim Kreisjugendtag des BLSV-Kreises Coburg im VIP-Raum der HUK-Arena. In seinem schriftlichen Grußwort präsentierte der BSJ-Landesvorsitzende Volker Renz eindrucksvolle Zahlen bezüglich seiner Organisation. Diese vertritt die Interessen von mehr als 1,4 Millionen Kindern und Jugendlichen, die Mitglied in einem von über 12 000 Sportvereinen in Bayern sind. Das bedeutet: Über 60 Prozent der bis 18-Jährigen nutzen die breite und vielfältige Angebotspalette der Sportvereine.

Ähnlich drückte sich auch Ehrengast Sebastian Straubel aus. Der Landrat vertrat auch die Belange der Stadt Coburg und meinte: "Die Sportvereine sind die einzige Gruppierung, die flächendeckend Nachwuchsarbeit betreibt. Dadurch werden jungen Leuten zum Beispiel Werte wie Kameradschaft, Freundschaft, Teamgeist und Fairness vermittelt." Der Landrat sprach der Führungsriege des hiesigen BSJ-Kreises ein Lob für ihr kompetentes Wirken aus: "Ihr seid eine tragende Säule des Gemeinwesens." Als Anerkennung und Gütesiegel gebe es für die Übungsleiter, Betreuer und Funktionäre im Sport in der Region die sogenannte Ehrenamtskarte.

Die BSJ-Bezirksvorsitzende Katharina Stubenrauch aus Bamberg sprach über die im Aufbau befindliche Kooperation von Sportvereinen mit Kindergärten und die Prävention im Hinblick auf Gefahren, denen Kinder und Jugendliche zunehmend ausgesetzt seien, wie Mobbing, Drogen, Alkohol und Gewalt. In einem Imagefilm wurde den Delegierten des gut besuchten Kreistages das breite Spektrum des Wirkens der Bayerischen Sportjugend gezeigt. Diese fordert die Beibehaltung der Zuschussmodalitäten. Sie sind vom Freistaat Bayern auf Pauschalförderung umgestellt worden. Dadurch müssen sich immer mehr Mitgliedsorganisationen den nicht größer werdenden Fördertopf teilen. "Unser Landkreis und fast alle Kommunen sowie die Stadt Coburg haben gute Förderrichtlinien. Nach wie vor werden Freizeitmaßnahmen aller Vereine - also nicht nur des Sports - bezuschusst. Gleiches gilt für Übungsleiter im investiven Bereich. Mein Dank gilt daher der Stadt Coburg mit ihrem Oberbürgermeister und Sportreferenten Norbert Tessmer, dem Landkreis mit Landrat Sebastian Straubel und den Bürgermeistern der Kommunen", betonte BSJ- und BLSV-Vorsitzender Jürgen Rückert in seinem Tätigkeitsbericht.

Ein wichtiges Standbein sei die Kooperation mit der Hochschule Coburg. Die Idee, Sport und soziale Arbeit im Rahmen einer Projektwerkstatt zusammenzubringen, ermögliche den Studierenden, später als Sozialarbeiter auch sportpädagogisch tätig zu werden. Als Chefsache wertete Jürgen Rückert den Ausbau der Zusammenarbeit mit Schulen. Das erfordere einen Spagat, weil Vereinstrainer in der Regel am Nachmittag berufstätig seien. "Wenn wir keine interessierten Sportlehrer an den Schulen haben, geht das Ganze den Bach runter", monierte er. Eine erste Kooperation zwischen dem TV 1848 Coburg unter der Federführung von Astrid Hess und einem Gymnasium wurde im laufenden Schuljahr ins Leben gerufen und soll auf dauerhafte Verwirklichung geprüft werden. Als heikles Thema wertete Jürgen Rückert die Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Sport. Neben dem erweiterten polizeilichen Führungszeugnis für Übungsleiter und Betreuer, das alle fünf Jahre verlängert werden müsse, sei es für die Vorsitzenden wichtig, darauf zu achten, ob dieser Personenkreis für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen menschlich und pädagogisch geeignet sei. "Die Eltern sind sensibel geworden", meinte Rückert. Hans Haberzettl