klaus Angerstein und sven dörr Coburg —  Ein frisches Ei zum Frühstück - das schätzen viele Menschen. Ein neuer Trend geht jetzt noch einen Schritt weiter: Das frische Ei sollte aus dem eigenen Garten kommen – von glücklichen Tieren. Hühner legen aber nicht nur Eier, die Kleintiere können auch zu heißgeliebten Spielgefährten des eigenen Nachwuchses werden, wenn der mit den Kleintieren durch den Garten tollt.

Aber geht das so einfach? Kann man sich im eigenen Garten einfach so ein paar Hühner halten? Grundsätzlich gibt es da kein Problem.

Dietrich Pax vom Gärtnerhof Callenberg empfiehlt, sich für einen Kauf an die Rassegeflügelvereine zu wenden. Über Onlineportale bestehe ebenfalls die Möglichkeit, Hühner zu erwerben. Im Internet hätten auch die vereinslosen Züchter die Möglichkeit ihre Tiere anzubieten.

Pax rät dazu, drei bis fünf Rassehühner anzuschaffen. Für das Sozialgefüge der Tiere sei ein Hahn von Vorteil: "Der hält die Hühner zusammen. Allerdings sollte das vorher mit den Nachbarn abgeklärt werden – wenn jemand von der Nachtschicht kommt und der Hahn kräht, kann das sehr nervig sein", sagt er schmunzelnd. Der Halter muss die Tiere beim Veterinärsamt und bei der Tierseuchenkasse melden. Letztere werde den Betrag – 12 Cent pro Tier – aber bei einer solch geringen Anzahl weder einziehen noch eine Entschädigung im Seuchenfall auszahlen, gibt Pax zu bedenken.

Artgerechte Haltung

Für eine angemessene Haltung der Tiere gilt es, einige Dinge zu beachten: Pro Huhn sollten zehn Quadratmeter Auslauf geschaffen werden – der Stall sollte bei der empfohlenen Anzahl etwa zwei Quadratmeter groß sein. Aus Pax' Sicht beinhaltet die EU-Bioverordnung die Mindeststandards. Ein Kotbrett unterhalb der Sitzstange ist ebenfalls notwendig, um das Wohlbefinden der Tiere zu garantieren – einmal monatlich ist es zu säubern.

Ordentliches und ausreichendes Futter (siehe hierzu Infobox unten) ist ein weiterer Faktor für das tierische Wohlbefinden. Fühlen sich die Hühner wohl, legen sie auch viele Eier. In den ersten drei Jahren passiert das regelmäßig – mit abnehmender Konstanz. Anschließend ist ihr Nutzwert zwar beschränkt – als liebgewonnene Weggefährten können sie jedoch ein stolzes Alter erreichen: "Ein Bekannter hatte ein Huhn, das 13 Jahre alt wurde – es hat seine letzten Jahre allerdings auf dem Sofa verbracht", sagt Pax und lacht.

Gefahren für die Tiere

Um Krankheiten – etwa Marek oder die Newcastle-Krankheit – vorzubeugen besteht eine Impfpflicht für die Tiere. Für gefährlicher als die Seuchen hält Pax jedoch Fuchs und Habicht. Vor diesen könne der Halter seine Hühner aber schützen: "Der Stall muss nachts verschlossen werden. Gegen den Habicht helfen spezielle Netze über dem Auslauf im Freien. Ein starker Hahn kann einem Habicht aber auch zusetzen – in der Gruppe können sie manchmal sogar dem Fuchs die Stirn bieten."