Dass trotz ausgiebiger, teils kontroverser Diskussion ein einstimmiger Beschluss erzielt werden kann (oder gerade deswegen), bewiesen die Münnerstädter Kommunalpolitiker, als es in der jüngsten Sitzung um das heikle Thema Friedhofspflege ging. Seit Anfang des Jahres kümmern sich wieder die Bauhofmitarbeiter darum, nachdem ein externer Anbieter gekündigt hatte. Nun lag dem Gremium ein Antrag von Forum aktiv, Freie Wähler, SPD und Leo Pfennig (fraktionslos) vor, nachdem die Arbeiten wieder ausgeschrieben werden sollen. Zugleich soll aber auch die Verwaltung beauftragt werden, die Kosten für die Durchführung der Pflege durch den städtischen Bauhof zu ermitteln.


Noch nichts passiert

Gleich zu Beginn verwies Michael Kastl (CSU) auf das Organisationsgutachten über den Bauhof hin, dessen Erstellung der Stadtrat beschlossen hatte. Das beinhaltet auch den Stellenbedarf. Der Beschluss ist zwar im Oktober letzten Jahres gefallen, wie die Verwaltung aber jetzt auf Nachfrage erfahren hat, sind die Auftaktgespräche im Frühjahr dieses Jahres geplant. Im Klartext: Es ist noch nichts passiert.
"Wir wollen keineswegs die Leistung des Bauhofs schmälern, wir wollen langfristig eine gute Lösung", begründete Dieter Petsch (Forum aktiv) den Antrag. "Ich habe ein Problem damit", warf Klaus Schebler (Neue Wege) ein. Man müsste jetzt 450-Euro-Kräfte einstellen, weil bis Herbst bezüglich des Gutachtens kein Ergebnis zu erwarten sei. Er erinnerte daran, dass die Stadt zuletzt für die Friedhofspflege eine fünfstellige Summe ausgegeben hat. Es habe aber auch schon Angebote mit einem sechsstelligen Betrag gegeben.
"Wir haben uns das Gutachten auferlegt", blieb Michael Kastl hart. Man könne natürlich die Verwaltung beauftragen, das Gutachten mit Nachdruck einzufordern. Auch bei der Aufforderung von Fabian Nöth (Neue Wege), die Ausschreibung auf alle Stadtteile auszuweiten, ging der 2. Bürgermeister nicht mit. Man sollte sich jetzt erst einmal auf den Münnerstädter Friedhof beschränken.


Wirkliche Einsparung

Leo Pfennig bemängelte, dass die eingesparten Kosten für den externen Anbieter als Einsparpotenzial in der Haushaltskonsolidierung aufgeführt werden. Die Bauhofmitarbeiter verursachen natürlich auch Kosten, sagte er. Das sollte man rausnehmen. "Garantieren Sie, dass der Friedhof im jetzigen Zustand bleibt?, wollte Klaus Schebler von Michael Kastl wissen. Die Antwort kam prompt: "Sie haben dem Organisationsgutachten zugestimmt", erinnerte er den Friedhofsreferenten. Er könne aber zusichern, dass der Friedhof nicht verwildert.
Der Diskussion folgten drei Beschlüsse, die alle einstimmig ausfielen. Danach wird die Verwaltung beauftragt, das Organisationsgutachten mit Nachdruck einzufordern. Die Einsparungen durch den Wegfall der Firmenkosten werden aus der Haushaltskonsolidierung herausgenommen. Und schließlich stimmten alle Stadträte dem Antrag von Forum aktiv, Freie Wähler, SPD und Leo Pfennig zu, dass die Arbeiten ausgeschrieben und die Kosten für die Erledigung durch den Bauhof ermittelt werden.