Es waren eher die leisen und ruhigen Töne, die in diesem Jahr beim ökumenischen "Friedensgebet" der Evangelischen und Katholischen Pfarrgemeinden Weismains angeschlagen wurden. Symbolisch dafür sicherlich der kurze Moment des Innehaltens, als die evangelische Pfarrerin Claudia Jobst und der katholische Stadtpfarrer Gerhard Möckel nach der Kommunionausteilung an den beiden künstlerisch gefertigten Friedenstauben vorbei zurück zum Hochaltar gingen.

Einer der Initiatoren des Weismainer "Friedensgebetes" mit dem diesjährigen Motto "Gottes Welt ist bunt," Joachim Kügler, vertrat die Meinung zur Auftaktandacht in der evangelischen Christuskirche "Die Welt sehnt sich nach Frieden". Was können wir dafür tun. Oft kommt in Situationen der Ausspruch "Da kannst du nur noch beten". Und es ist tatsächlich so, dass sich bei Menschen, die beten, neue Räume für Frieden auftun. Sie können stolz sein auf Toleranz, Akzeptanz und Nächstenliebe.

Das Verhältnis der evangelischen zur katholischen Kirche auch in Weismain habe gezeigt, dass mit den angesprochenen Attributen viel erreicht werden kann. Gräben zwischen Menschen müssen geschlossen und nicht wieder aufgemacht werden. Stadt und Land, Jung und Alt, Arm und Reich, Gesund und Krank führen Menschen auseinander, wo ein Zusammenleben sinnvoll wäre.

Wie es gehen könnte, zeigten zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung im Schönbornsaal bei Kaffee und Kuchen. Gespräche mit Asylbewerbern, Austausch mit Behinderten und Kranken sowie ein tolles Rahmenprogramm ließen ein positives Miteinander erleben. So erstellten Erwachsene und Kinder bunte Friedenstauben und malten eine "bunte Welt". Die Wohngruppe Regens-Wagner unterhielt mit sinnigen Liedern. "Mit dir Gott gibt's Gerechtigkeit" war ein Beispiel dafür.

"Frieden fängt bei jedem selbst an", meinte Pfarrerin Claudia Jobst beim Abschlussgottesdienst. Nötig sei dazu Gottes Geist, um die Menschen dafür ins Gespräch zu bringen. Ob daheim, im Bekanntenkreis, im Treffen mit Menschen aus anderen Kulturen - Rücksichtnahme und Akzeptanz und somit Frieden ist für jeden zu finden, der danach sucht. rdi